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Den Naturschutz in die Fläche holen

06.05.2022

Dass Peter Schmidt und Susanne Schulte den Schutz der Biodiversität auf den Flächen ihres Biobetriebes fördern und sich schon lange als Archehof dem Erhalt vom Aussterben bedrohter Tierarten verschrieben haben, wird an allen Ecken des Biokreis-Betriebes bei Wiehl im Oberbergischen Kreis Gummersbach sichtbar. Nicht nur die Tiere sind lebende Zeugnisse für das Engagement der beiden; auch der Freundeskreis Klosterhof Bünghausen e.V. zeigt, wie viel mit der und für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erreichen ist - wenn man nur will, und vor allem: Wenn die Gelder da sind.

Daher war es auch der entscheidende Schritt für Schmidt und Schulte, an einige ausgewählte Sponsoren heranzutreten, um das nächste Projekt auf dem Klosterhof zu verwirklichen und diesen zu einem Vielfaltshof zu entwickeln.

Freundeskreis als Grundlage

Dr. Dirk Reder vom Freundeskreis Klosterhof Bünghausen e.V. begrüßte am 5. Mai zusammen mit Landwirt Peter Schmidt und Bauernhof-Pädagogin Susanne Schulte die Vertreter der regional ansässigen Unternehmen, die das Projekt finanziell unterstützen, auf dem Hof in Sichtweite von Hühnern, Schwarzen und Braunen Bergschafen, Roten Höhenviehrindern und Noriker Kaltblutpferden. „Als Verein hat man ganz andere Möglichkeiten, Naturschutzprojekte zu unterstützen und an potenzielle Geldgeber heranzutreten, als wenn man dies als Privatmann oder -frau tut. Und da der Klosterhof mehr als nur ein Bauernhof ist und vor allem auch mit seinen Bauernhoferlebnissen für Kinder und Jugendliche über die Biolandwirtschaft hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt, unterstützen wir das Projekt von Peter Schmidt und Susanne Schulte sehr gerne“, begründete Dr. Reder das dauerhafte Engagement des Vereins für den Klosterhof, der auch in der Vergangenheit schon dabei unterstützt hat, dass der Naturschutz in die landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem Bauernhof integriert wurde.

Im Rahmen von Kartierungen der hofnahen Flächen unter anderem durch die Uni Münster und finanziert über die HIT-Naturstiftung hat der Betrieb nachweislich erfahren, dass es jede Menge schützenswerter Pflanzen- und Tierarten auch auf seinen Flächen gibt. „Biodiversität war also plötzlich keine Vermutung mehr, sondern eine verbriefte Tatsache. Es sind verschiedene Biotoptypen kartiert und Maßnahmen benannt worden, die exakt an diese Biotope angepasst werden können, wie zum Beispiel Lichtsäume zu schaffen, Lesesteinhaufen aufzuschütten, Sitzstangen für Greifvögel zu bauen und aufzustellen. Doch: Was sollten wir mit diesen Infos anfangen?“, nannte Peter Schmidt den Zwiespalt, die Natur auf seinen Flächen zwar schützen zu wollen, aus Mangel an Zeit und auch praktikablen Lösungen zur Flächennutzug aber nur eingeschränkt dazu in der Lage zu sein. Und über den schon bestehenden Vertragsnaturschutz seien jede Menge Maßnahmen nicht leist-, weil nicht finanzierbar. „Unserer Erfahrung nach war der Vertragsnaturschutz nicht das richtige Instrument, nachhaltige Landwirtschaft kombiniert mit dem Naturschutz zu unterstützen.“


 


Breite Unterstützung

Dass man sich bei der Bewahrung der Schöpfung, wie es sich die HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs GmbH auf die Fahnen geschrieben hat, nicht allein auf die Naturschutzgebiete beschränken kann, sondern gerade auch in die landwirtschaftlich genutzten Flächen gehen muss, bestätigte Geschäftsführer Christoph Heider. „Wir beteiligen uns an dem Projekt Vielfaltshof, eben weil die Landwirtschaft mit im Boot ist und auf dem Klosterhof Kinder und Jugendliche an dem Projekt teilhaben werden. Gerade beim Naturschutz gilt: Man kann nur das schützen, was man kennt und liebt. Daher unterstützen wir es, dass Kinder und Jugendliche über das Projekt Vilefaltshof in die Natur zurückgeholt werden“, nannte Heider ein Hauptmotiv für die Finanzspritze.

In dieselbe Richtung ging das Grußwort von Ingo Stockhausen, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Oberberg: „Nachhaltigkeit ist ein Hauptthema für eine genossenschaftliche Regionalbank und wenn Landwirtschaft, Ökologie und Gesellschaft verknüpft werden sollen, müssen wir das auf jeden Fall mittragen!“, so Ingo Stockhausen, der den Termin am Kuhstall des Klosterhofes als den schönsten seiner gesamten Arbeitswoche lobte.

„Nachhaltigkeit passt in diese Zeit“, fand auch Peter Lenz, Unternehmenssprecher der Aggerenergie. „Klimaneutralität ist für uns als Energieversorger enorm wichtig und sie gelingt nur zusammen mit Partnern. Daher ist es auch für uns eine Selbstverständlichkeit, das Projekt zu unterstützen“, so Lenz. Außerdem fand Lenz es an der Zeit, dass sich die Jugend nicht nur auf den aktuellen Demos für Klima und Natur einsetzt, sondern auch ganz praktisch, mit Schaufel und Handschuhen, ans Werk geht und am eigenen Leibe erfährt, wei anstrengend Umweltschutz sein kann. 

Mehr als 20 000 € haben Volksbank, Aggerenergie, die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftungs GmbH sowie die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, für die Frank Griesel auf den Klosterhof gekommen war und die ihm schon seit mehreren Jahren vertraute naturpädagogische Arbeit und transparente Offenheit von Susanne Schulte und Petre Schmidt betonte, in der Summe berappt und dem Projekt zur Verfügung gestellt. „Damit ist das Kinderprogramm durchfinanziert. Wir haben zum Beispiel 15 Sätze an „schwerem Gerät“ gekauft, also Schüppen, Rechen und Forken, mit denen die Kinder demnächst aktiv auf unseren Flächen loslegen können. Für die ernstzunehmende Arbeit, die die Kinder und Jugendlichen in Zukunft leisten werden, benötigen sie auch eine wertige Ausstattung und keine Spielzeugschüppchen“, meinte Schmidt, der noch Ast- und Rosenscheren und vor allem vernünftige Kinderschubkarren auf seinem Einkaufszettel stehen hat. Außerdem ist mithilfe des Geldes eine Teilzeitstelle geschaffen worden und mit Yvonne Hauschild kümmert sich eine Mitarbeiterin demnächst um die Naturschutzarbeit auf dem Hof.


 

Wann geht es los?

Jetzt kann es losgehen! Ab sofort können Eltern ihre Kinder zur praktischen Naturschutzarbeit auf dem Klosterhof Bünghausen anmelden. Die Teilnahme kostet für zehn Termine, die einmal im Monat stattfinden, 150 €, wobei die Teilnahmegebühr bei Bedarf bezuschusst werden kann. „Am Geld soll die praktische Naturschutzarbeit nicht scheitern“, betonte Dr. Dirk Reder, „auch dafür sind die Zuschüsse unserer Partner und Fördergeldgeber da.“

Mehr Infos zum Projekt finden Sie unter https://www.klosterbauer.de/files/klosterbauer/Freundeskreis%20Klosterhof/22%2005%2005%20flyer%20naturschutzprojekt.pdf.


Meike Siebel,

Landwirtschaftskammer NRW

Weitere Informationen

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