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Die Bio-Märkte im Februar 2024

28.03.2024

Gute Nachrichten für den Biogeflügelmarkt

Aktuell sind 14% aller konsumierten Eier in Deutschland Bio-Eier. Auch die Nachfrage nach Bio-Geflügelfleisch ist wieder angesprungen und ermöglicht Betrieben, die gerne umstellen wollen, einen wirtschaftlich vielversprechenden Betriebszweig.

Nach dem Bioboom-Jahr 2021 kam auch auf Bio-Geflügelbetrieben zunächst die Ernüchterung mit einem absatzschwachen Jahr 2022. Die Stimmung hat sich seit Herbst 2023 wieder geändert. Landwirte, Packstellen und Vermarkter von Bio-Eiern und Bio-Geflügelfleisch blicken optimistisch in die Zukunft. Eier sind derzeit knapp, Ostern steht kurz vor der Tür und die Stimmung ist gut. Die Nachfrage nach Bio-Eiern ist also gestiegen, besonders nach Verbandsware.

Gründe für die Knappheit waren die Reaktionen der Erzeuger auf die schlechte Situation am Markt. So waren im vergangenen Jahr die Einstallungszahlen gering, bis hin zu Leerständen: Insgesamt waren nur 83 % der Stallplätze von insgesamt 7 Mio. Haltungsplätzen in Deutschland belegt. Zudem ließen die Erzeuger aufgrund des hohen Bio-Junghennenpreises die Hühner für eine zweite Legeperiode eingestallt. Durch die Mauser oder auch durch eine verlängerte Legeperiode fallen insgesamt weniger Eier an, da die Legeleistung in der Regel nachlässt.

Mittlerweile sind auch die Futterkosten für Biogeflügel wieder auf ein normales Niveau gesunken, das zur Jahreswende bei 670 €/t Legemehl lag (L1, 11,4 bis 11,6 MJ/kg). Die Preistendenz ist stabil.

Die Bioställe werden nun größtenteils wieder voll belegt und es kehrt Normalität ein. Auch investieren die Betriebe wieder vermehrt und die Anfragen an die Beratung nach Umstellung auf den ökologischen Landbau, Stallbau, Verarbeitung und Vermarktung nehmen zu. Der Markt für Bioeier und Biogeflügelfleisch wird sich weiter positiv entwickeln.

Axel Hilckmann,

Landwirtschaftskammer NRW


Milch: Auszahlungspreise unverändert

Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch blieben im Februar insgesamt auf dem erreichten Niveau stabil. Die meisten der in Nordrhein-Westfalen relevanten Bio-Molkereien zahlten unveränderte Auszahlungspreise für ökologisch erzeugte Milch im Vergleich zum Vormonat aus. Lediglich die Bio-MEG Mittelgebirge passte ihren Auszahlungspreis im Februar leicht um -0,02 Cent/kg Milch an.

Rinder: Abbau der Wartelisten

Bei den Bio-Schlachtrindern haben sich die Wartelisten sukzessive abgebaut. Nun passen Angebot und Nachfrage wieder zueinander und die Preise haben sich stabilisiert. Bio-Schlachtkühe sind aufgrund der stabilen Milchauszahlungspreise und des frühen Weideaustriebs knapp und die Schlachtpreise konnten daher zuletzt wieder zulegen.

Schweine: Bio-Schweine laufen gut

Der Markt für Bio-Schweine verläuft gut ausgeglichen. Die Ware fließt gut ab; es gab in den letzten Wochen nur vereinzelt Preisaufschläge. Die Bio-Betriebe profitieren -wie die konventionellen Betriebe - von den gesunkenen Futterkosten.  Das war auch nötig, denn die Preiserhöhungen der letzten 1,5 Jahre im konventionellen Bereich hatte der Sektor nicht. Auch der Ferkelmarkt läuft sehr stabil.

Von der Tierwohlmilliarde profitieren auch Bio-Betriebe. Für nicht wenige Betriebe passen die Anforderungen. Da wird betrieblich nachgerüstet, wie die Anschaffung von Schalentränken oder die Investitionen in Maßnahmen gegen Hitzestress. Sicherlich läuft die Inanspruchnahme des Programmes im Bio- und Strohschweinbereich besser als im konventionellen Sektor. Aber das hat der Gesetzgeber so gewollt.


Kartoffeln: Preisanhebung bei Biokartoffeln

Nachdem bereits Anfang des Jahres ein Lageraufschlag von 2 €/dt bei den Biokartoffeln umgesetzt werden konnte, erfolgte Mitte März eine weitere Preisanhebung um 4 €/dt. Die Erzeugerpreise erreichen nun ein Niveau von 76,00 Euro/dt (netto, lose franko Packbetrieb). Als ein Grund für die erneute Preiserhöhung wird die lebhaftere Nachfrage benannt. So sind laut AMI die Verkaufsmengen im Januar 2024 im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 10,4 % angezogen. Aktuellere Daten liegen noch nicht vor. Auf der anderen Seite wird das Angebot in diesem Jahr durch vielfach höhere Absortierungen limitiert. Trotz dieser zunehmenden Qualitätsthematik wird erwartet, dass der Fokus in der Vermarktung bis in den Mai hinein auf deutschen Biokartoffeln liegen wird. Dies dürfte auch den Absatz der Biofrühkartoffelimporte beeinflussen. Wie im konventionellen Anbau werden auch die Auspflanzungen der Biofrühkartoffeln durch wiederholte Niederschläge beeinträchtigt.

Getreide: Futtergetreidepreise sinken weiter

Die Auswirkungen der Ernte 2023 und das daraus resultierende hohe Futtergetreideangebot sind weiterhin am Bio-Getreidemarkt spürbar. Das Angebot an Futtergetreide ist groß und die Nachfrage überschaubar. In der Folge sind die Preise für Bio-Futtergetreide in den letzten Monaten stetig gesunken. Im Februar 2024 lagen die Preise für EU-Bioweizen laut AMI durchschnittlich bei 278 €/t. Zuletzt lag Futterweizen in EU-Bio-Qualität bei etwa 250 €/t und Verbandsware bei 290 €/t. Anders als im konventionellen Sektor kann der Bio-Sektor weniger auf eine steigende Futternachfrage bei niedrigen Preisen bauen, da es keinen ausgeprägten Veredlungssektor gibt und der Futterbedarf stärker an die Fläche gebunden ist. Die neue Ernte spielt bislang nur vereinzelt eine Rolle, zum Beispiel versuchen Verarbeiter sich beim Hafer abzusichern. Im nord- und westdeutschen Raum konnte ein Teil des Wintergetreides nicht gesät werden, da vor allem der Biosektor auf Spätsaaten angewiesen ist. Zudem sind einige Bestände nässebedingt geschädigt.


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

FB 54 – Markt, Qualitätsmanagement -

 

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