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Sortenempfehlungen aus 2018 zum Sojabohnenanbau

15.04.2019

Sojabohnen haben sich als Alternative zu dem Anbau von Ackerbohnen und Erbsen bewährt. Die Sojabohne hat gezeigt, dass Erträge von 25 dt/ha und mehr in NRW möglich sind. Für die Vermarktung als Speiseware sollten Proteinwerte von über 40 % erreicht werden. Im Lebensmittelbereich ergeben hohe Tausendkorngewichte bessere Ausbeuten und für Tofu-Produkte ist eine helle Farbe (besonders des Nabels) gewünscht. Die Sojabohne ist anspruchsvoller im Anbau als die bekannten Körnerleguminosen, da sie eine sehr wärmeliebende, unkrautempfindliche und aufgrund des tiefen Hülsenansatzes schwer zu dreschende Kultur ist.

Für den Anbau eignen sich die in den Landessortenversuchen (LSV) geprüften Sorten. In NRW kommen grundsätzlich nur sehr frühe Reifegruppen 0000 und 000 in Betracht. Innerhalb der Reifegruppe 000 unterscheidet die beschreibende Sortenliste aus Österreich schnellere Sorten (Reifegruppe 1) bis hin zu langsameren Sorten (Reifegruppe 4). Die Vierfach-Nullsorten erbringen in der Regel in unseren Breiten nicht den erwünschten Ertrag.

Bei den Dreifach-Nullsorten ergeben sich folgende Empfehlungen für NRW (Abb. 1):

1. Grenzstandorte

wie z.B. das Münsterland (Reifegruppe 2): hier passen die Sorten mit einer schnellen Jugendentwicklung und sicherer Abreife gut. Hier ist weiterhin Merlin Sorte der Wahl, auch Gallec zeigt ähnlich gute Entwicklungen in der Jugend. Neue vielversprechende Sorten sind Abelina und Obelix.

2. Bessere Lagen

wie z.B. der Niederrhein (Reifegruppe 3): Sultana ist Sorte der Wahl, ansonsten möglich: Merlin, Gallec, Abelina, Lissabon oder Obelix. Als Qualitätssorte könnte Protibus in Betracht gezogen werden (Proteingehalt >44 %), sollte aber in besten Lagen angebaut werden, um das genetische Potential auch ausschöpfen zu können und diese Qualitäten zu erreichen.



3. Beste Lagen

wie z.B. Köln- Aachener Bucht (Reifegruppe 4): Solena ist Sorte der Wahl, Tourmaline (hoher Ertrag) ebenfalls anbauwürdig, wie auch Sultana und Protibus (Qualität). Herta PZO, Amadea und Amarok könnte ebenfalls hier anbauwürdig sein.

  • Langjährig geprüfte und bewährte Sorten (nicht mehr in der Prüfung)
    • Abelina - unterer Hülsenansatz etwas höher, Nabel dunkelbraun
    • Gallec - für Grenzstandorte (standfest, mittelhoch)
    • Obelix - bessere Standorte
    • Protibus - bessere Standorte, Lebensmittelbereich (standfest)
    • Lissabon - bessere Standorte (standfest, mittelhoch)
    • Solena - beste Standorte (standfest, höherer unterer Hülsenansatz)
    • Sultana - bessere Standorte
    • Tourmaline - beste Standorte (gute Bodendeckung, Lagergefahr)
  • Neuere Sorten aus der dreijährigen Prüfung:
    • Amadea - unterer Hülsenansatz etwas höher, Nabel gelb (mittlere Lagerneigung)
    • Amarok - etwas länger im Wuchs und höhere Massebildung
    • Herta PZO – beste Standorte (länger im Wuchs und bessere Massebildung, kann beim Drusch u.U. noch zu feucht sein)

Ertragsleistungen der Standorte und Sorten

Am Standort Stommeln lagen die Erträge der Sojabohnen in 2018 bei mittleren 28,8 dt/ha im Versuchsmittel bzw. 27,0 dt/ha im Mittel der Standardsorten (Abb. 2) und lag damit um über 10 dt/ha niedriger als in 2017. Die Erträge in Niedersachsen lagen zwischen 27,5 dt/ha (Osnabrück) und 29,5 dt/ha (Klein Süstedt). In Hessen konnten 2018 auch nur mittlere Erträge erzielt werden (25,1 dt/ha im Mittel der Standardsorten). Ertraglich über dem Durchschnitt liegen die Sorten Abelina (102 %), GL Melanie (113 %), Viola (106 %), ES Comandor (111 %), Amadea (112 %), Amarok (106 %), Herta PZO (102 %) und Coraline (120 %).


Abb. 2: Kornertrag der Sojabohnensorten am Standort Stommeln NRW 2018


Sortenempfehlung für NRW 2019
SortenReifegruppe/
Reife
Ungünstigere
Standorte
z.B.
Ostwestfalen
bessere
Lagen
z.B.
Niederrhein
günstige
Standorte
z.B. Köln-
Aachener
Bucht
Jugend-
entwicklung
Masse-
bildung
Wuchs-
höhe
Nabel-
färbung
Ertrag Mittel
2015-2018
relativ
Protein
Mittel
2015-2018
ertrags-
betont
qualitäts-
betont
langjährig bewährt
Merlin000/2XXschnellsehr schnell, dichtmitteldunkel9740,6X
Abelina000/2XXschnellmittelmitteldunkel10340,9X
Obelix*000/2XXschnellmittel-gutmitteldunkelhöhermittelX
Sultana*000/3XXmittelkurz-mitteldunkelhöhermittelX
Tourmaline*000/4Xmittelmittel-langdunkelhöhermittelX
neu, zum Ausprobieren
Herta PZO000/4Xmittel-gutlang10043,9XX
Amadea000/4Xmittel-gutlang10740,6X
Amarok000/4Xmittel-gutlang10642,5X
* nicht mehr in der Prüfung, aber weiterhin empfohlen

Quelle: Franz-Theo Lintzen, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 02821 996 169, E-Mail: Franz-Theo.Lintzen@lwk.nrw.de

Weitere Informationen

Franz-Theo Lintzen, Anbauberater Ökologischer Ackerbau und Kartoffelbau

Kontakt

Franz-Theo Lintzen
Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW
Tel.: 02821 - 996 169
E-Mail: Franz-Theo.Lintzen@lwk.nrw.de

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