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Biofleisch NRW erweitert Produktionskapazitäten

19.09.2019

Die bäuerliche Erzeugergenossenschaft Biofleisch NRW in Bergkamen verarbeitet seit 20 Jahren Biofleisch aus der Region. Mit dem Wachstum im Biomarkt stiegen auch die Anfragen im Bio-Fleischsektor, so dass die Verarbeitungskapazitäten erweitert werden mussten. Am 16. September 2019 wurden nun die neuen Gebäude feierlich eröffnet.

Für NRW Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, Festrednerin der Veranstaltung symbolisiert die Erweiterung die Entwicklung im Biosektor. Der Biomarkt wachse seit Jahren und es sei gut, wenn besonders mittelständische Unternehmen in der Verarbeitung diese Entwicklung mit befördern. Besonders im Tierbereich komme es auf artgerechte Tierhaltung und kurze Transportwege an.

Biofleisch NRW startete 1996, damals noch als Verarbeitungsstätte für den Neuland Verband. Einzigartig sind die Rahmenbedingungen: Die Erzeugergenossenschaft errichtet ihre Produktionsstätte auf dem Gelände der Ökologiestation, also dort, wo Natur- und Umweltschützer ihr Zuhause haben. Das, so sind sich alle Anwesenden einig, gibt es bundesweit wohl nur in Bergkamen. Mit den Jahren kam dann der Biobereich hinzu und heute stellt die Verarbeitung von Biofleisch den mit Abstand größten Wirtschaftsteil des Unternehmens dar.

Das als Genossenschaft organisierte Unternehmen wird getragen von rund 100 Genossen und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 15 Millionen Euro. Im Biobereich werden wöchentlich etwa 200 Schweine, 25 Rinder und 15-20 Lämmer verarbeitet, für Neuland sind es weniger. Christoph Dahlmann, Geschäftsführer des Unternehmens, schätzt die Synergieeffekte von Bio und Neuland als zentral wichtige Bausteine des Unternehmenserfolges. Zwar boome der Biosektor seit Jahren, aber für ihn und seine Genossen sind der Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft und die Entwicklung einer artgerechten Tierhaltung wichtige Ziele. Deshalb sind sie auch eingestiegen in das Programm "fair und gut" des Discounters Aldi.

Die Einführung eines Tierwohllabels durch die Bundesregierung war schließlich auch ein Thema in der Podiumsdiskussion mit Christine Raffenberg, Bioland-Landwirtin und Vorstandsmitglied von Biofleisch NRW, Michael Radau, geschäftsführender Gesellschafter der SuperBiomarkt AG in Münster und Ministerin Heinen-Esser. Während Heinen-Esser für das Tierwohllabel warb, forderten sowohl Radau als auch Raffenberg eine eigene Stufe für Biofleisch. "Bei den Eiern hat sich die Kennzeichnung mit der höchsten Stufe im Biobereich doch bewährt, so dass es nahe liegt, diese Kennzeichnung zu übernehmen", plädierte Raffenberg und Radau ergänzte, dass Heinen-Esser doch zuvor selbst für lieber wenige, dafür aber eindeutige Labels geworben habe.

Bei der Besichtigung der Produktionsstätte konnten sich die zahlreichen Gäste ein Bild von der Fleischverarbeitung machen. Mit ca. 40 Mitarbeitern, davon 36 Voll-AK werden über 100 verschiedene Wurstsorten und insgesamt ca. 350 verschiedene Artikel erzeugt. Stolz ist man bei Biofleisch NRW auf eine breite Ausbildung im Metzgerberuf. "Es ist immer schwerer, gute Mitarbeiter zu bekommen und viele der heutigen Kollegen, haben bei uns die Ausbildung absolviert", führt Geschäftsführer Dahlmann sichtlich stolz aus.

Geschlachtet werden die Tiere überwiegend im Schlachthof Unna, bei Tieren von Betrieben in südlicheren Regionen in einem Schlachthof in Olpe. Und wie sehen die Beteiligten die weitere Entwicklung von Biofleisch NRW: Mit dem nun abgeschlossenen Neubau sei der Standort allerdings ausgereizt, keine weiteren Gebäude mehr möglich. "Aber", so führt der Mitbegründer und langjährige Geschäftsführer des Unternehmens, Hugo Gödde augenzwinkernd aus, "das Kraftwerk gegenüber der Straße wird eines Tages sicher stillgelegt, und bietet viel Platz für zukünftige Erweiterungen."

Quelle: Dr. Karl Kempkens, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 0251 - 2376 625, E-Mail: karl.kempkens@lwk.nrw.de, Münster, 17. September 2019

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