Bio Gemüse: Erntemengen und Nachfrage zufriedenstellend
Wiederkehrende Niederschläge und das Ausbleiben von extremer Hitze begünstigten 2025 allgemein das Wachstum vieler Gemüsearten.
Schon Ende April gab es aber allerorts ungewöhnlich viele Blattläuse und die Entwicklung von Nützlingen hinkte aufgrund niedriger Temperaturen hinterher. Dies führte zum Beispiel bei Hokkaido-Kürbissen zu einem frühen Befall und zu unterschiedlich flächig auftretendem Virusbefall bei nicht resistenten Sorten. Allgemein waren aber 2025 die Erntemengen beim Biogemüse in Großen und Ganzen bisher zufriedenstellend.
Der Mengen-Absatz von Biogemüse ist auch 2025 weiter im Aufwind. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2024 wurde 2025 im gleichen Zeitraum 11 % mehr Biogemüse gekauft. Dieser Trend wird hauptsächlich verursacht durch die gestiegene Verkaufsmenge von Biogemüse beim Discount. Hierzu gehören vor allem Möhre, Zwiebel und Kürbis. Die Erzeugerpreise für Biomöhren, -zwiebeln und -kürbissen lagen trotz reger Nachfrage und gestiegenen Anbaukosten zuletzt unter dem Vorjahresniveau.
Direktvermarktende Betriebe konzentrieren sich in der Vermarktung auf Produkte, die im konventionellen Handel weniger angeboten werden und versuchen mit Frische, Regionalität und Geschmack zu punkten. Bei den Massenartikeln, wie Möhren, gehen die Verbraucherpreise zwischen Discount und Biohofladen oder Wochenmarkt inzwischen sehr weit auseinander.
Aufgrund der überdurchschnittlichen Sonneneinstrahlung im Frühjahr hatte das Fruchtgemüse im deutschen Unter-Glas Anbau gute Wachstumsbedingungen. Besonders gefragt waren bei Fruchtgemüse Salatgurken und Tomaten, begünstigt durch eine verbesserte Verfügbarkeit. Während die Nachfrage nach Biofruchtgemüse in Deutschland wächst, hinkt der heimische Anbau jedoch hinterher. Die Anbaufläche für Paprika und Salatgurken im Unter-Glas Anbau war zwischen 2023 und 2024 rückläufig.
Dominic Baron und Markus Puffert,
Landwirtschaftskammer NRW
Kartoffeln: Biokartoffelernte ist abgeschlossen
Bis auf Restmengen konnten die diesjährige Ernte und Einlagerung bei den Biokartoffeln zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Vor dem Hintergrund einer prognostizierten, erneuten Anbauausdehnung und Bruttoerträgen, die als normal bis überdurchschnittlich beschrieben werden, wird aktuell eine umfangreiche Biokartoffelernte erwartet. Die Qualitäten werden als insgesamt gut, teilweise als durchwachsen beurteilt. Die Erzeugerpreise bewegen sich mit durchschnittlich 38 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb) deutlich unter dem Vorjahresniveau von 76 €/dt. Die Nachfrage nach Biokartoffeln hat sich belebt. Wie Ergebnisse einer aktuellen AMI-Analyse zeigen, lag die Nachfrage privater Haushalte in Deutschland im September 2025 rund 15 % über dem Vorjahresniveau. Ob sich dieser Trend im Oktober fortsetzt oder gegebenenfalls negativ von den Herbstferien beeinflusst wird, bleibt abzuwarten.
Getreide: Weizen und Gerste stabilisiert
Nachdem die Erzeugerpreise für Getreide zur Ernte nachgelassen haben, war bei Weizen, Gerste und auch Triticale in den vergangenen Wochen eine Stabilisierungstendenz zu verzeichnen. Ausgenommen ist hier der Hafer, bei dem der Preis in den vergangenen Wochen weiter gesunken ist. Eine gute Ernte mit guten Qualitäten sorgt beim Hafer für ein ausreichendes Angebot, das die Nachfrage derzeit übersteigt. Auch die Maispreise sind zuletzt gesunken, was aufgrund der noch laufenden Körnermaisernte aber auch nicht ungewöhnlich ist. Die Körnermaiserträge sollen im ökologischen Landbau etwas niedriger im Vergleich zum Vorjahr ausfallen.
Bio-Eier und Biogeflügel: Hohe Nachfrage trifft auf knappes Angebot
Der Biobeflügel- und Bio-Eiermarkt zeigen sich nach wie vor sehr belebt. Das Saisongeschäft bei den Direktvermarktern ist nochmals deutlich angezogen, die Hochsaison für Gänse- und Entenvermarkter steht unmittelbar bevor. Die Nachfrage ist gut – und steigt weiter –, auch wenn der Markt insgesamt überschaubar bleibt.
Bei Bio-Eiern bleibt das Interesse der Konsumenten ungebrochen hoch. Sowohl Stammkunden als auch Neukunden greifen regelmäßig zu, was zu einer anhaltend starken Nachfrage seitens der Packstellen und des Lebensmitteleinzelhandels führt. Mit Beginn der Backsaison steigt der Bedarf zusätzlich an. Gleichzeitig zeigt sich der Markt angespannter denn je: Das Angebot bleibt knapp, während die Nachfrage weiter zunimmt. Die Sorge vor der Aviären Influenza sorgt zusätzlich für Unsicherheit in der Branche – ein Faktor, der die Situation weiter verschärfen könnte.
Rinder: Weiterer Preisanstieg
Am Rindermarkt ist das Angebot an Bioschlachtrindern weiterhin äußerst knapp. Getrieben von der Preisentwicklung am konventionellen Markt und dem knappen Angebot, sind auch die Preise für Biotiere im Verlauf des Monats weiter angestiegen. Zuletzt hielten sich die Preise auf dem erhöhten Preisniveau stabil. Allerdings steht der Weideabtrieb bevor. Dies könnte die Preise aufgrund des erhöhten Angebots drücken.
Schweine: 5 €/ kg SG ist die psychologische Grenze
Die Umstellung eines Bioschweinefleischeinkäufers auf Maskenabrechnung führte zu höheren Preisen für maskenabgerechnete Tiere und niedrigeren für pauschal abgerechnete Tiere. Es handelt es sich hier aber um eine im Kern technische Preisverschiebung.
Insgesamt steigen die Preise langsam, aber stetig. Die 5-€-Marke wirkt dabei als psychologische Grenze, wird jedoch bei sehr mageren Schweinen mit zum Beispiel 63 % MFA gelegentlich überschritten.
Milch: Erzeugerpreise freundlich
Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch zeigten auch im September weiter größtenteils eine freundliche Entwicklung. Zwei der in NRW relevanten Bio-Molkereien zahlten ihren Erzeugern einen gegenüber dem Vormonat unveränderten Milchpreis aus. Die anderen drei Molkereien, die im Milchpreisvergleich erfasst werden, erhöhten ihren Auszahlungspreis um knapp einen bis knapp 2 Cent/kg Milch.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement