Der Getreide- und Ölsaatenmarkt verlief zuletzt in ruhigem Fahrwasser bei überwiegend stabilem Preisniveau.
Preisimpulse kommen, wenn überhaupt, vorwiegend aus dem Futtersektor. Gerste ist vergleichsweise gefragt und EU-Exporteure konnten Lieferungen auf dem Weltmarkt platzieren. Der Preisabstand zum Weizen ist gering, vor allem im Norden NRWs. Allerdings dürfte dies in der Praxis aufgrund der positiven Fütterungseigenschaften der Gerste nur begrenzt zu Substitutionseffekten führen.
Die Getreideernte soll im aktuellen Wirtschaftsjahr 2025/26 weltweit sehr gut ausfallen. Auch das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat nach dem Ende des Shutdowns in diesem Monat wieder eine globale Produktionsprognose veröffentlicht. Vor ein paar Tagen kam eine aktuelle Prognose des Internationalen Getreiderats IGC hinzu. IGC und USDA rechnen weltweit mit einer Weizenernte von 829 bis 830 Mio. t bei einem Verbrauch von 819 Mio. t. Zuletzt kamen gute bis sehr gute Prognosen aus Australien und Argentinien hinzu, wo die Weizenernte begonnen hat.
Beim Mais ist man sich noch uneinig: Das USDA rechnet mit einem Nachfrageüberhang und einer Produktion in Höhe von 1 286 Mio. t und einem Verbrauch von 1 297 Mio. t. Der IGC rechnet mit einem Angebotsüberhang und mit einer Produktion von 1 298 Mio. t und einem Verbrauch von 1 288 Mio. t. So oder so, beide Institutionen rechnen für das laufende Jahr 2025/26 mit einer kräftigen Produktionssteigerung im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 95 bis 105 Mio. t – und das vor allem in den größten Exportstaaten.
Dr. Thomas Böcker,
Landwirtschaftskammer NRW