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Apfelbäume auf dem Acker

30.09.2026

Am 8. September fand auf dem Hof der Familie Große-Kleimann im Kreis Steinfurt ein Feldtag zum Thema Agroforst und Direktsaat statt.

Agroforst Steinfurt Große Kleimann
Der Gastgeber Jan Grosse-Kleimann teilte mit dem Publikum seine Erfahrungen zum Thema Klimaanpassungsmaßnahmen. 

Während seines Studiums wuchs bei Jan Große-Kleinmann die Begeisterung für Agroforstsysteme und deren Auswirkungen auf die Ökosysteme, so dass er auch eine Masterarbeit zu dem Thema schrieb. Heute lädt der junge Landwirt Interessierte an Agroforst auf seinen vielseitigen Betrieb ein. 

Konventioneller Gemischtbetrieb

Der Betrieb Große-Kleimann ist ein Ackerbaubetrieb mit konventioneller Schweinemast. Nachdem der junge, innovative Betriebsleiter den Hof seiner Eltern übernommen hatte, wurden im November 2022 auf einer Ackerfläche mehrere Gehölzreihen mit insgesamt 470 Apfelbäumen aufgepflanzt. Die Ackerfläche zwischen den Bäumen ist 30 m breit. Auch das Vorgewende hat eine Breite von 30 m, so dass das Ackern mit den Maschinen auf der Fläche weiterhin ohne Probleme umsetzbar ist. Die Bäume stehen alle auf starkwachsenden Unterlagen, die erst nach mehreren Jahren in den Ertrag kommen, aber dann hohe Erträge bringen. Und bei guter Pflege können sie bis zu 90 Jahre alt werden. 

Alte Robustsorten

„Wir haben die Obstbäume alle selbst veredelt“, so Jan Große-Kleimann. Der Betrieb baut auf alte und robuste Sorten, die oft tolerant und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sind. In den Baumschulen sind sie jedoch oft nicht verfügbar. „Der Anspruch der Verbraucher an Tafelobst ist hoch. Wir hoffen, dass wir Wege für eine gute und wirtschaftliche Vermarktung finden.“ 

Gehölzstreifen im Agroforst
Gehölzstreifen und Acker auf einer Fläche: Auf der Agroforstfläche wurden insgesamt 470 Apfelbäume in Gehölzstreifen aufgepflanzt.

Der junge Betriebsleiter setzt auf Regionalität. Auch für seine Tierhaltung wünscht er sich eine Transformation zu mehr Tierwohl mit weniger Tieren und dem Ausbau der Direktvermarktung. Ein weiteres Argument für die Aufpflanzung der Bäume ist der Klimaschutz, der aus seiner Sicht jetzt stattfinden muss. „Viel Zeit für eine Aufschiebung bleibt uns nicht mehr“, so seine Meinung. Sein Ziel sei eine Kinder- und Enkel-taugliche Landwirtschaft aufzustellen. „Wir müssen es schaffen, die Gesellschaft mehr einzubeziehen mit dem Ziel, gute und zielorientierte Lösungen für mehr Klimaschutz zu schaffen,“ so Jan Große-Kleimann. 

Enthusiastisch berichtete der Landwirt von der gemeinsamen Pflanzaktion mit vielen Leuten, die spontan von weit angereist kamen.  Nach dem Besuch eines Bodenpraktikerkurses hat Jan Große-Kleinmann seine Begeisterung für die Regenerative Landwirtschaft entdeckt. Bei der Bewirtschaftung der Ackerflächen verzichtet der Betrieb weitgehend oder komplett auf das Pflügen und setzt stark auf Humusaufbau und ganzjährige Bodenbegrünung.

Neuer Arbeitskreis 

Agroforst Steinfurt
Anhand von Experimenten konnte Felix Wierling Aussagen zur Wasserhaltekraft und zum Aggregatszustand des Bodens sichtbar und messbar machen. 

Auch Felix Wierling hat nach dem Besuch eines Bodenpraktikerkursus seine Begeisterung für die regenerative Landwirtschaft entdeckt. Der Landwirt bewirtschaftet in Ottmarsbocholt bei Senden 55 ha Ackerbau in Mulch- und Direktsaat im Nebenerwerb. Er zeigte zu beiden bodenaufbauenden Verfahren die Grenzen und Möglichkeiten in der Praxis auf. 

Aus dem Publikum kamen viele Fragen zur Düngung und Problemunkräutern sowie der richtigen Fruchtfolge im Ackerbau. Felix Wierling stellte einige Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität vor und veranschaulichte, wie unterschiedlich die Wasserretention von konventionellen Böden im Vergleich zu Böden ist, die nach den Grundprinzipien der regenerativen Landwirtschaft bewirtschaftet werden. 

Um auf die immer häufiger auftretenden Wetterextreme besser reagieren zu können, wurde ein Arbeitskreis im Rahmen der Gesellschaft für konservierenden Bodenbearbeitung gegründet. Felix Wierling ist hier Ansprechpartner für NRW. Abschließend lud er alle Interessierten ein mit ihm in den Austausch zu treten.


Andrea Sausmikat,
Landwirtschaftskammer NRW