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Biogemüse: Mit Zuversicht in die Zukunft

16.09.2026
Gärtnerexkursion Möhren
Möhrenanbau nach „der Schwab-Methode“ mit Tropfbewässerung.

Die diesjährige Gärtnerexkursion, organisiert von Bioland und den Ökogemüsebau-Beratern der Landwirtschaftskammer NRW, hatte das Bayerische Frankenland zum Ziel. Völlig unterschiedlich waren die Betriebe in der Metropolregion Nürnberg, die die Gruppe Mitte August besucht hat - ebenso wie die Menschen auf den Biohöfen. Allen gemein war aber eine ansteckende Zuversicht beim Blick in die Zukunft. 

 

Der große Feldgemüsebetrieb Konrad will künftig den Vertragsanbau verkleinern und versuchen, etwas mehr Frischmarktgemüse zu kultivieren. 

Seine Möhren unter Tropfberegnung waren ebenso sehenswert wie sein 30 000 m³ Speicherbecken oder die Bisonherde. Mit Stolz präsentierten Richard und Brigitte Konrad ihre Wasser-Melonen, voll reif aufgeschnitten schmeckten sie köstlich.

 

Intensiver Kräuteranbau unter Glas

Gärtnerexkursion, Tomaten im Gewächshaus
Tomaten im Gewächshaus des Biohofs.

Rudi Dworschak in Nürnberg gehört zu den größten Intensiv-Unterglasbetrieben mit Topfkräutern und Fruchtgemüse. Er machte klar, dass er wachsen muss, um den Handel weiter ausreichend und zuverlässig beliefern zu können, betonte aber auch, dass er gerne weiterwachsen wolle. Die Personalausstattung sei gut und die Mitarbeiter sehr zufrieden dort, bei dem Thema mache er sich keine Sorgen. Die Kulturen standen alle sehr gut, nur bei der Keimung der Kräuter im Topf machten die in diesem Sommer hohen Temperaturen etwas Probleme. 

Gemüsebau in Solawi

Es folgte das Kontrastprogramm in dem Betrieb Egbers-Kraus-Mosmann, der Ackerbau auf großer Fläche verbindet mit einem rund 4 ha umfassenden Gemüseanbau mit großer Vielfalt für die Vermarktung als Solawi. 170 Anteiler sichern den Absatz und über jährliche Versammlungen wird mit den Kunden die jeweilige Wirtschaftlichkeit und Preisbildung der Produkte diskutiert. So gibt es höchste Transparenz über Anbau und Preise, außerdem stützen Gemeinschaftsaktionen im Feld die Bindung zum Betrieb. Das Verkaufsvolumen steige an, so dass der Betrieb sowohl Sohn und Tochter samt Schwiegersohn - neben dem „Seniorenpaar“ - Arbeitsplätze bieten kann. 

Gärtnerexkursion, großflächiger Anbau von Thymian
Großflächiger Anbau von Thymian.

Eine klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten unter den fünf Familienarbeitskräften inklusive der weiteren Mitarbeitenden sorge für eine effiziente Arbeitserledigung. Weil der Ackerbaubetrieb 40 % Kleegras umfasst, steht viel Material zum Mulchen im Gemüsebau zur Verfügung. Alle Pflanzgemüsearten, die ab Mitte/Ende Mai gepflanzt werden, stehen in Mulch.

Knoblauch aus Franken

Lorenz Köhler ist auf dem Weg, 365 Tage im Jahr frischen Knoblauch aus Franken bundesweit anbieten zu können. Diese Nische hat er sich erarbeitet, nachdem er einige andere Versuche mit ackerbaulichen Nischenkulturen hinter sich hatte. Bei der Besichtigung der neuen Lager- und Packhalle auch für Melonen erläuterte Lorenz Köhler, weshalb er zuversichtlich ist, dass sich die Investition in diesen Spezialbereich lohnen wird. Dieser mutige Start war inspirierend für die Besuchergruppe - und wer für den heimischen Bioladen Interesse hat, kann sich an den Betriebsleiter wenden. „Wir versenden bundesweit“, so Lorenz. Der Kontakt steht unter www.koehlersgmüs.de.

Schilfglasflügelzikade in Süddeutschland

Gärtnerexkursion, Porree
Porree im Mulchanbau beim Biohof Oberaltertheim.

Den Abschluss machte die Beratungskollegin Franzi Blind, die einen Rote-Bete-Sortenversuch präsentierte und anhand dieses Bestandes über die süddeutsche Situation rund um die Schilfglasflügelzikade und deren Übertragung von bakteriellen Schaderregern bei Zuckerrüben, Kartoffeln und Wurzelgemüsen dort berichtete. Die vielen weichen Rüben im Feld mit sortenweise unterschiedlich stark abgestorbenem Laub machten nachdenklich. Hier gibt es noch viel zu tun. Das mittlerweile bundesweite Monitoring der Zikaden ist nur ein Baustein neben Maßnahmen der Fruchtfolgegestaltung, hier Lösungsansätze zu erarbeiten.

Insgesamt steckte die recht gute Stimmung dort an – vielen Dank den sehr aufgeschlossenen Betrieben im Frankenland.


Markus Puffert, Landwirtschaftskammer NRW