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Der Drahtwurm ist früh dran!

04.05.2026

In diesem Jahr ließen sich bereits verhältnismäßig früh Drahtwurmlarven entdecken. Besonders auf verfrühten Flächen trat der Drahtwurm verstärkt auf. 

Beobachtet wurde er auf verschiedenen Betrieben mit unterschiedlichen Formen der Verfrühung: 

  • Bodenart: Sandböden erwärmen sich schneller als Lehmböden
  • Vlies- oder Folienabdeckungen
  • Tunnelanbau

Bereits zum Frühlingserwachen Mitte bis Ende März befanden sich die Larven an der Bodenoberfläche. Ab einer Bodentemperatur von etwa 9 °C werden die Larven aktiv und wandern zur Nahrungsaufnahme in die oberste Krume. Bei sinkenden Temperaturen im April ziehen sie sich normalerweise wieder in tiefere Bodenschichten zurück. 

Mögliche Regulationsmaßnahmen

Drahtwurm an Jungpflanze
Drahtwurm an einem Erdpresstopf.

Besonders Jungpflanzen werden durch Drahtwürmer geschädigt, unabhängig davon, ob sie gepflanzt oder gesät wurden. Direkte wirksame Pflanzenschutzmaßnahmen sind bei den Bio-Verbänden im Normalfall nicht zugelassen. Die wirksamsten Maßnahmen bleiben daher Bodenbearbeitungsschritte. Sind die Beete bereits vorbereitet, kann das falsche Saatbett neben seiner positiven Wirkung zur Unkrautregulierung auch zur Austrocknung und damit Bekämpfung der Larven des Schnellkäfers beitragen. Mittel- bis langfristig sollte der Drahtwurmbefall über die Fruchtfolge reguliert werden. 

Treten häufiger Probleme auf, sollten in den Sommermonaten Juli und August mindestens drei Wochen Schwarzbrache mit anschließender Zwischenfruchtbestellung eingehalten werden. In Gemischtbetrieben kann es daher sinnvoll sein, getrennte Fruchtfolgen zu fahren, zum Beispiel bei intensivem Gemüsebau und extensivem Ackerfutterbau. 

Weitere Fruchtfolgemaßnahmen

  • Alle Kulturen hacken, auch Getreide (unkrautfreie Bestände in allen Kulturen)
  • Drei Wochen Stoppelbearbeitung nach dem Mähdrusch im Hochsommer Stickstoffversorgung nicht über Vorfrüchte, sondern über Wirtschaftsdünger sicherstellen
  • Hygienejahr oder zweiteiliges Grünbrachejahr zur Drahtwurmsanierung
  • Keine Untersaaten etablieren
  • Der Schnellkäfer ist standorttreu, daher ist eine Reduktion zum Teil schwierig


Bernhard Rülfing, Bioland NRW