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Die Bio-Märkte im August 2025

26.09.2025

Wie haben sich die Märkte für Bio-Obst- und -gemüse, Biomilch, -Fleisch, Getreide und Kartoffeln im Laufe des Augusts 2025 entwickelt? 

 

Bio-Obstbau: Gute Ernte, mäßige Preise

Bio-Beeren: Ernte für den Frischmarkt zufriedenstellend

Nach dem besonders frühem Jahr 2024 startete die Erdbeerernte in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen wieder Ende April mit guten Qualitäten aus dem geschützten Anbau. Der Winter 2024/2025 war kalt mit vielen tiefen Temperaturen. Die Bestände sind gut durch den Winter gekommen und alle Sorten hatten ausreichend Kältereiz was für gute Produktionsmengen sorgte. 

Erzeugerpreise für heimische Bio-Beeren
Klicken zum Download: Erzeugerpreise für heimische Bio-Beeren

Spätfrostereignisse im Mai verursachten kaum Schäden an den Erdbeerkulturen. Die Regenphase Ende Mai/ Anfang Juni, bei der örtlich auch Hagel auftrat, war kurzfristig der Grund für schlechte Qualitäten und eine Unterversorgung des Marktes. 

Die hohen Produktionskosten, für die der immer weiter steigenden Mindestlohn und die intensiven Verfrühungs- und Kulturmaßnahmen verantwortlich sind, machen einen wirtschaftlichen Anbau immer schwieriger. Aber dieses Jahr lag das Preisniveau bei Bio-Beeren über dem des Vorjahres, wie in der Grafik zu sehen. Auch die Preise in der Direktvermarktung waren zufriedenstellend. Die wenigen Bio-Selbstpflückefelder in NRW wurden gut angenommen und können auf eine gewachsene Stammkundschaft schauen, die sich aus jungen Familien und jahrelange Kunden zusammensetzt.

Die Strauchbeerenernte startete mit Bio-Himbeeren aus dem Wandertunnel Mitte Juni und anschließend mit der Ernte aus dem Freiland, die über den Naturkosthandel und Abokisten-Betriebe vermarktet wurden.

Deutschlandweit stellte sich auch die Bio-Heidelbeerernte mit guten und hohen Erträgen dar.

Seit 2024 wird der Anbau von Beeren für die Verarbeitung weiter ausgedehnt. Auch dieses Jahr wird die Anbaufläche erweitert. 

Bio-Kernobst: Volle Bäume, aber mäßige Preise 

Nach einer oftmals katastrophalen Saison bei vielen Baumobstbetrieben im Jahr 2024 steht im Jahr 2025 wieder eine gute bis sehr gute Ernte im Bereich des Baumobstes an. 

Zur Blüte sind starke Spätfröste ausgeblieben, die Primärschorfphase beschränkte sich auf wenige, dafür sehr starke Infektionen und auch danach war der Pflanzenschutz in den Kulturen besser zu meistern als in den Jahren zuvor. 

Obstblüte

Die Anlagen zeigten sich oft mit einem sehr guten Fruchtansatz und deuteten auf eine gute bis überdurchschnittliche Erntemenge hin. Eine intensive Handausdünnung war in vielen Betrieben notwendig, wodurch Früchte mit Qualitätsmängeln von den Bäumen entfernt wurden. So kommt in den Lägern oft eine sehr gute Qualität an.

Zwetschgen und Frühäpfel konnten oftmals bereits zu zufriedenstellenden Preisen und Qualitäten zügig vermarktet werden. Die Ernte der für den Handel sehr wichtigen Hauptsorten Elstar und Gala startete mit optimalen Bedingungen: Trockene Witterung begünstigt die Ernte und kühle Nächte sorgten für eine optimale Ausfärbung der Früchte. 

Aufgrund des großen Angebotes an Ware ist jedoch davon auszugehen, dass die Preise in der Vermarktungssaison fallen werden und eine lange Vermarktungssaison ansteht. Es bleibt also abzuwarten, wie erfolgreich die Ernte 2025 für die Betriebe wird.


Andrea Sausmikat und Martin Weltzel, 
Landwirtschaftskammer NRW


Biokartoffeln

Bei den Biokartoffeln laufen Haupternte und Einlagerung auf Hochtouren. Durch flächendeckende und vielfach ergiebige Niederschläge in den Vorwochen ergeben sich gut Rodebedingungen. Das Ertragspotenzial wird Stand heute als normal bis überdurchschnittlich beschrieben, die Qualität als insgesamt gut. Die Qualitätsabzüge bewegen sich meist auf dem Durchschnitt der Vorjahre. 

Das Biokartoffelangebot übersteigt nach wie vor die Nachfrage, die weiterhin schwach bleibt. So weist eine aktuelle AMI-Analyse für das erste Halbjahr 2025 einen deutlichen Rückgang der Biokartoffeleinkäufe privater Haushalte um 20 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Als Hauptgrund wird vielfach auf den in dieser Saison deutlichen Preisabstand zwischen Bio- und konventionellen Speisekartoffeln verwiesen. Ob sich mit dem Ende der Sommerferien und kühleren Temperaturen ab September eine Stabilisierung der Biokartoffelnachfrage ergibt, werden Analysen in den nächsten Wochen zeigen. Die Erzeugerpreise bewegten sich in der vergangenen Woche auf einem Niveau von 40 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb). Sie lagen damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 73 €/dt.

Biogetreide: Die Maisernte begonnen

Nach der lebhafteren Erntephase hat sich der Getreidemarkt beruhigt. Getreidemühlen haben sich während der Ernte für die kommenden Monate eingedeckt und jetzt beginnt eine ruhigere Nacherntephase. Die Preise haben sich nach den Vergünstigungen zur Ernte stabilisiert. Der Abstand von Brot- und Qualitätsgetreide zum Futtergetreide hat sich im Vergleich zum Frühjahr vergrößert, liegt aber unterhalb der beiden Vorjahre. Nun steht die Maisernte an. 

Auch erster Körnermais konnte bereits geerntet werden. Die Preise für Mais lassen entsprechend noch etwas nach. Insgesamt wird mit durchschnittlichen Maiserträgen gerechnet.

Milch: Erzeugerpreise stabil

Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch blieben auch im August größtenteils stabil auf dem Niveau des Vormonats oder erhöhten sich bis zu 1 Cent/kg Milch. Insgesamt ist die Lage am Öko-Milchmarkt weiter positiv, denn die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Milchprodukten ist stabil.

PDF: Bio-Milchpreisvergleich im August 2025

Rinder: Weiterer Preisanstieg

Am Rindermarkt ist die Nachfrage nach Rindfleisch zum Ende der Sommerferien weiter gestiegen. Dies gilt für konventionell erzeugtes und Bio-Rindfleisch gleichermaßen. Das Angebot an Bio-Schlachtrindern ist weiterhin äußerst knapp. Getrieben von der Preisentwicklung am konventionellen Markt, sind auch die Preise für Bio-Tiere weiter angestiegen. 

Schweine: Einzelpreise über 5 €/kg SG 

Die Preise für Bioschweine entwickeln sich weiterhin deutlich nach oben. Erstmals werden frei gehandelte Schweine zu über 5 €/kg Schlachtgewicht verkauft, damit zeigt sich ein richtungsweisender Wert, auch wenn es sich nicht um einen offiziellen Durchschnittspreis handelt. Die Preissteigerungen sind Ausdruck einer zunehmenden Knappheit am Markt: Das begrenzte Angebot trifft auf eine hohe Nachfrage. 

Eier und Biogeflügel

Der Biogeflügel- und -Eiermarkt zeigt sich aktuell belebt. Mit dem Start des Saisongeflügels treffen erste Bestellungen bei Direktvermarktern ein, das Geschäft zieht an. Puten werden bereits für das Weihnachtsgeschäft eingestallt und bald beginnt bereits die Saison für Gänse- und Entenvermarkter. Die Nachfrage ist gut, auch wenn der Markt insgesamt klein bleibt. 

Bio-Eier werden von Konsumenten konstant nachgefragt – sowohl von Stammkunden als auch von Neukunden. Daraus ergibt sich eine anhaltend starke Nachfrage von Packstellen und Lebensmitteleinzelhandel. Zusätzlich wächst das Interesse am Bau neuer Bio-Legehennenställe.


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement