Biokürbis:
Niedrige Qualität schränkt Verfügbarkeit ein
Wie in jedem Jahr, nimmt beim Kürbis Hokkaido die Qualität ab Januar ab, so dass beim Sortieren deutlich mehr Ausschuss anfällt. Aus diesem Grund leeren sich in vielen Betrieben langsam aber sicher die Lager. Die letzte Saison war im Kürbisanbau stark vom Virusbefall geprägt. Viele ausgesäte Kürbisse wurden sehr früh im Jahr sehr stark von Läusen befallen, die an der Blattunterseite der Pflanzen schwer bis gar nicht zu bekämpfen waren. So konnte der Virus von den Läusen ungehindert auf die Pflanzen übertragen werden, woraufhin übermäßig viele Kürbisse in der Folge grüne Verfärbungen aufwiesen. Dies ging sogar so weit, dass an vielen Hokkaido die normale orangene Ausfärbung fast nicht mehr sichtbar war.
Der Umgang auf den Betrieben mit den befallenen Kürbissen war unterschiedlich. Einige Anbauer haben befallene Kürbisse gar nicht erst geerntet, so dass sie auf dem Feld liegen geblieben sind. Andere Anbauer haben leicht verfärbte Kürbisse den Kisten beim Verkauf beigemischt. Dabei ist es kaum zu Reklamationen gekommen. Die Preise sind vergleichbar zum Vorjahr und nehmen aktuell saisonal bedingt ab.
Biozwiebeln: Gute Qualität und Ernte drücken den Preis
Bei den Zwiebeln ist ein großer Unterschied zwischen den Ernteerträgen 2024 und 2025 festzustellen. Dies spiegelt sich auch in den Preisen wider, die 2024 um 10 bis 20 Cent höher lagen als im Vergleich zur letzten Saison, wie aus der Grafik ersichtlich. 2024 war ein feuchtes Jahr, so dass der Mehltaudruck in den Gemüsekulturen extrem hoch war.
Davon war natürlich auch das Zwiebellaub betroffen. Dies hat zu einer geringen Ernte geführt, wodurch die Preise gestiegen sind. Das just vergangene Jahr 2025 war hingegen witterungsbedingt optimal für das Zwiebelwachstum. Dementsprechend gut ist die Ernte ausgefallen. Allerdings kommt es zurzeit regional zu Wurzel- und Halsfäule. Der damit einhergehende Mehraufwand beim Sortieren ist damit leider unvermeidbar.
Grafik: Großhandelspreise für Biozwiebeln
Karin Hagenguth,
Landwirtschaftskammer NRW, Ökologischer Gemüsebau
Getreide: Gute Möglichkeiten zur Getreidevermarktung
Aufgrund der guten Ernte im Vorjahr haben sich Betriebe frühzeitig um die Getreidevermarktung gekümmert. Zugleich waren auch Abnehmer an einer frühzeitigen Absicherung interessiert. Zwar haben die Preise zum Dezember leicht nachgelassen, können sich jedoch auf einem etwas überdurchschnittlichen Niveau halten. Mit der Anfang Februar beginnenden Biofach-Messe könnte noch etwas Belebung in den Markt kommen, da dann häufig der übrige Anschlussbedarf bis zur neuen Ernte gedeckt wird. Daraus dürfte sich ein guter Zeitpunkt für die Vermarktung des restlichen Getreides ergeben. Auch beim Futtergetreide gibt es noch Bedarf.
Kartoffeln: Unveränderte Erzeugerpreise für Biokartoffeln
Die Erzeugerpreise für Biokartoffeln verharren seit Mitte Oktober unverändert auf einem Plateau von 35 bis 40 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb) und liegen damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 76,00 €/dt. Auch für die kommenden Wochen erwarten die Marktbeteiligten keine Preisänderungen. Nach dem gestiegenen Bedarf zu den Feiertagen sind die Handelsaktivitäten bei den Biokartoffeln saisontypisch im Januar wieder etwas ruhiger.
Dabei liegt laut Ergebnissen einer aktuellen AMI-Analyse die Nachfrage privater Haushalte nach Biokartoffeln seit Anfang der laufenden Saison über dem (schwachen) Vorjahresniveau. Wie im konventionellen Anbau auch, unterstützen kontinuierliche Werbeaktionen und teilweise größere Verpackungseinheiten in den Handelsketten den Absatz. Die infolge einer erneuten Anbauausdehnung und normaler bis überdurchschnittlicher Bruttoerträge umfangreiche Biokartoffelernte 2025 wird Marktbeteiligten zufolge weit ins aktuelle Jahr reichen - auch wenn die Qualitätsabzüge gestiegen sind und gegenwärtig vielfach über dem Niveau des Vorjahres liegen. Dies dürfte auch den Absatz der Biofrühkartoffelimporte beeinflussen.
Milch: Abkopplung vom konventionellen Markt
Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch entkoppeln sich aktuell weiter von den Entwicklungen am konventionellen Markt. Die meisten der in NRW relevanten Biomolkereien zahlten ihren Erzeugern im Dezember einen gegenüber dem Vormonat unveränderten Milchpreis aus. Eine Molkerei reduzierte den Erzeugerpreis um 0,5 Cent/kg und eine weitere reduzierte um 2 Cent/kg Milch. Diese Rücknahmen liegen unterhalb der Rücknahmen am konventionellen Markt, sodass sich der Abstand zwischen den Erzeugerpreisen von konventioneller und ökologisch erzeugter Milch wieder erhöht.
Bio-Milchpreisvergleich Dezember 2025
Rinder: Knappe Versorgungslage
Zum Jahresstart zeigt sich der Biorindfleischmarkt recht stabil oberhalb des Vorjahresniveaus. Zwar gaben die Preise für Biojungbullen zuletzt leicht nach, befinden sich aber noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Nachfrage nach Biorindfleisch ist trotz des anhaltend hohen Preisniveaus recht stabil. Bei den Bioschlachtkühen und Färsen sorgte das zuletzt knappe Angebot für weitere Preissteigerungen und einen stabilen Preisabstand von 35 bis 40 Cent/kg zu konventionell erzeugten weiblichen Schlachtrindern.
Schweine: Bioschweinemarkt gelöst vom konventionellen Markt
Der deutsche Biomarkt für Schweinefleisch präsentiert sich derzeit ausgeglichen und bedarfsdeckend. Angebot und Nachfrage befinden sich in einem stabilen Gleichgewicht, sodass der Markt weitgehend unabhängig von externen Einflüssen agieren kann. Maßgeblich ist dabei die ausschließliche Ausrichtung auf den heimischen Markt, da Importe und Exporte kaum eine Rolle spielen.
Dadurch ist der Biomarkt klar vom konventionellen Schweinefleischmarkt abgekoppelt. Während letzterer stark von europäischen Marktbewegungen, Exportströmen sowie dem Drittlandgeschäft beeinflusst wird, bleibt der Biomarkt durch seine regionale Struktur und verlässliche Absatzbasis weitgehend konstant und planbar.
Eier/Geflügel: Knappes Angebot weiterhin tonangebend
Der Markt für Öko-Eier und Ökogeflügel bleibt weiterhin sehr angespannt. Öko-Eier sind auf dem freien Markt seit längerer Zeit faktisch nicht verfügbar - und das bereits unabhängig vom Einfluss der Aviären Influenza (AI). Die zusätzlichen AI-bedingten Ausfälle haben die Versorgungslage über alle Haltungsformen hinweg nochmals deutlich verschärft. Entsprechend fest präsentieren sich die Preise, und Legehennenhalter werden von den Packstellen intensiv umworben.
Im Bereich Öko-Geflügel ist das Geschäft mit dem Saisongeflügel mittlerweile abgeschlossen. Die Erzeugung erfolgt in der Regel auf Vorbestellung, sodass es kaum Überhänge gibt. Betriebe, die ohne AI-Fall bis in die Weihnachtsvermarktung gekommen sind, zeigen sich vor allem erleichtert.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement