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Die Bio-Märkte im Januar 2026

26.02.2026

Gute Aussichten für Biogetreide

Getreidelager

Der Biogetreidemarkt hat in den vergangenen Monaten überwiegend eine erfreuliche Entwicklung hingelegt. Auf der Nachfrageseite dürfte die schwächere Phase während der erhöhten Inflation in den Vorjahren überwunden sein. Die Nachfrage kann durch das gute Angebot an Brot- und Qualitätsgetreide aus der alten Ernte bedient werden. Betriebe und Händler haben sich frühzeitig um die Vermarktung gekümmert. 

Zugleich agieren Käufer nach den angespannten Vorjahren vorsichtiger und wollten auch gerne etwas früher den Bedarf an Brot- und Qualitätsweizen abdecken. Das hat bei diesen zuletzt zu einer etwas geringeren Nachfrage geführt, auch wenn auf der zurückliegenden Biofach-Messe zum Teil noch der übrige Anschlussbedarf bis zur neuen Ernte gedeckt wurde. 

Auch bei Roggen und Hafer scheinen die Mühlen vorerst ausreichend versorgt zu sein, denn die Preise haben nachgelassen, obwohl die Konsumentennachfrage nach Biohafer weiterhin hoch ist. Neben dem früheren Einkauf setzen Mühlen und Erzeuger verstärkt auf Kontrakte, um den Bedarf zu sichern.

Beim Futtergetreide macht sich weiterhin das überschaubare Angebot bemerkbar. Zudem belebt sich der Ökomarkt auch in den tierischen Segmenten, sodass der Bedarf an Futtergetreide zunimmt. Seitens der Futtermühlen gibt es deshalb durchaus noch Nachfrage nach Biogerste, -weizen, -triticale und Biomais. 

Für die Vermarktung von Biogetreide sind die Aussichten in den nächsten Jahren nicht schlecht. Die Nachfrage bei Konsumenten dürfte weiter zulegen. Weitere Biobetriebe kommen aber nur zögerlich hinzu, da bis vor einigen Monaten auch im konventionellen Bereich noch hohe Erzeugerpreise zu erzielen waren. Zwar ändert sich die Lage derzeit und Bio wird betriebswirtschaftlich wieder attraktiver, aber in der zweijährigen Umstellungsphase darf das Getreide nur als Futtergetreide vermarktet werden. 

Übersicht: Preisentwicklung von Biogetreide


Dr. Thomas Böcker,
Landwirtschaftskammer NRW, Ökologischer Gemüsebau


Milchautomat

Milch: Aufzahlungspreise geben leicht nach 

Die Preisrückgänge bei den Milcherzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch fallen erneut geringer aus als am konventionellen Markt. Somit erhöht sich die Differenz zu konventionell erzeugter Milch weiter. Drei der in NRW relevanten Biomolkereien zahlten ihren Erzeugern im Januar einen gegenüber dem Vormonat reduzierten Milchpreis aus. Die Rückgänge betrugen 0,05 bis 2,9 Cent/kg. Eine Molkerei ließ den Erzeugerpreis gegenüber dem Vormonat unverändert und der Erzeugerpreis der Upländer Bauernmolkerei erhöhte sich aufgrund des neu eingeführten Treuebonus in Höhe von 1 Cent/kg leicht um 0,5 Cent/kg. 

Übersicht: Bio-Milchpreisvergleich Januar 2026

Rinder: Hohes Preisniveau sorgt für sinkende Nachfrage

Am Biorindfleischmarkt sorgt das stabil hohe Preisniveau für nachlassendes Kaufinteresse der Verbraucher. Vor allem bei den Edelteilen macht sich das hohe Preisniveau bemerkbar. Biohackfleisch wird dagegen noch gut nachgefragt. Das Angebot an Bioschlachtrindern bleibt knapp, sodass die Preise trotz der sinkenden Nachfrage stabil bleiben. Zuletzt sind aufgrund des knappen Angebots die Importe von Biorindfleisch spürbar gestiegen. 

Schweine: Erstmals Übermengen am Bioschweinemarkt

Bereits zum Jahresende deuteten sich Überschüsse am Bioschweinemarkt an. Dazu trugen verstärkte Importe aus Dänemark und Spanien bei, wobei unklar bleibt, ob vor allem Schlachtschweine oder Ferkel eingeführt wurden. Die Markttransparenz ist entsprechend begrenzt. Gleichzeitig haben sich die biologischen Leistungen verbessert: Höhere Aufzuchtleistungen und bessere Tageszunahmen führen zu etwas größeren Tiermengen. Erstmals seit Langem sind dadurch mehr Tiere verfügbar, als sich problemlos unterbringen lassen. Die langfristigen Lieferbeziehungen funktionieren weiterhin stabil, auch wenn einzelne Akteure versuchen, kurzfristig in den Markt einzusteigen. Die entstandenen Überschüsse beeinflussen die Marktsituation entsprechend.

Kartoffeln: Unveränderte Erzeugerpreise für Biokartoffeln

Die Erzeugerpreise für Biokartoffeln verharren seit Mitte Oktober unverändert auf einem Niveau von 37 bis 40 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb). Die Preise liegen damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 76,00 €/dt. Wie im konventionellen Anbau, konnten bei den Biokartoffeln bisher keine Lageraufschläge umgesetzt werden. Auch für die kommenden Wochen werden keine Preisänderungen erwartet. Die Nachfrage nach Biokartoffeln liegt seit Anfang der laufenden Saison über dem (schwachen) Vorjahresniveau. 

Dies bestätigt auch eine aktuelle AMI-Analyse, die für Dezember 2025 einen Anstieg der Biokartoffeleinkäufe privater Haushalte von immerhin 15 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ausweist. Die infolge einer erneuten Anbauausdehnung und normaler bis überdurchschnittlicher Bruttoerträge umfangreiche Biokartoffelernte 2025 wird weit ins aktuelle Jahr reichen - auch wenn die Qualitätsabzüge mit zunehmender Lagerdauer steigen. Vor dem Hintergrund der gegenwärtig sehr angespannten Situation am Biokartoffelmarkt erwarten viele Marktbeteiligte für dieses Jahr einen Rückgang der Anbaufläche - speziell im größten deutschen Anbaugebiet Niedersachsen.

Eier/Geflügel: Knappheit weiterhin marktbestimmend

Eierkarton mit Eiern

Der Markt für Bio-Eier und Biotgeflügelfleisch ist derzeit stark von Knappheit geprägt. Die Nachfrage wächst dynamisch, während das Angebot nicht im gleichen Tempo ausgeweitet werden kann. Teilweise ist der Markt nicht vollständig bedienbar, da verfügbare Mengen nicht ausreichen, um die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel und im Fachhandel zu decken. 

Damit bleiben Bio-Eier und Biogeflügelfleisch zentrale Engpassprodukte in einem insgesamt expandierenden Bio-Markt.


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement