Bio-Getreide: Bessere Ernte und Preise als im Vorjahr
Die Preise für Biogetreide haben zur Ernte etwas nachgelassen. Das war durch das steigende Angebot auch erst einmal so zu erwarten. Allerdings hält sich der Erntedruck durch die wiederkehrenden Schauer bisher in Grenzen und die Lager waren aus der Vorernte leer.
Beim Futtergetreide zogen die Preise in der ersten Hälfte 2025 deutlich an. Wichtige Gründe dafür sind, dass weiterhin kaum Umstellerware verfügbar ist, die ausschließlich verfüttert werden darf, und die Preislage im Futtermarkt zur Aussaat noch schlecht war. Somit hielt sich der Preisrückgang bislang in Grenzen und zuletzt blieben die Preise stabil.
Hier geht es zur Übersicht der Preisentwicklung von Biogetreide.
Gute Gerstenerträge
Die Ernte der Wintergerste ist abgeschlossen. Die Erträge waren gut, die Qualität ebenfalls. Die weitere Getreideernte dauert noch an, vor allem Triticale, Roggen und Hafer wurde gedroschen. Im Rheinland konnte auch schon etwas mehr Weizen geerntet werden. Beim übrigen Getreide scheint die Ernte etwas durchwachsener auszufallen - aber insgesamt doch besser als im Vorjahr. Qualitativ sieht es ebenfalls nicht schlecht aus. Mutterkorn ist bei Roggen und Triticale kein Problem und die Fallzahlen und Hektolitergewichte sind gut. Zum Teil könnten beim Brotgetreide die Proteingehalte aber schwach ausfallen, gerade wenn hohe Erträge eingefahren werden. Leider kann man nicht alles haben - aber in Anbetracht der Futtergetreidepreise ist das aktuell durchaus zu verkraften.
Stabile Nachfrage
Die weiteren Erntearbeiten werden im August weiterlaufen und zudem kommt es im August und September in vielen Jahren noch einmal zu einer Marktbelebung. Verarbeiter und Tierhalter decken dann den Bedarf bis ins neue Jahr. Der Ökomarkt scheint sich insgesamt zu erholen und es deutet sich eine stabile bis steigende Nachfrage an. Zugleich stagniert aber die Zahl der Ökobetriebe.
Insgesamt keine schlechten Aussichten für Getreideverkäufer. Allerdings könnten die Preise bei EU-Bio-Ware durch die besseren Erträge, auch im europäischen Ausland, möglicherweise nicht die gewünschte Stabilität auf dem guten Niveau halten.
Dr. Thomas Böcker, Landwirtschaftskammer NRW
Kartoffeln: Start in die neue Biokartoffelsaison
Nach dem Auslaufen der Frühkartoffelimporte aus der Mittelmeerregion dominieren mittlerweile deutsche Biofrühkartoffeln das Angebot. Neben der Pfalz werden zunehmend auch Frühkartoffeln aus Nordrhein-Westfalen abgepackt. Die Erträge werden als insgesamt durchschnittlich, die Qualitäten als gut beschrieben.
Vor dem Hintergrund einer Ausdehnung des Biokartoffelanbaus und der meist günstigen Ertragsentwicklung erwarten viele Marktbeobachter 2025 eine größere deutsche Gesamternte als im Vorjahr. Die Erzeugerpreise bewegten sich in der vergangenen Woche auf einem Niveau um 62,00 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb) und damit deutlich unter der Marke des Vorjahres von 118,00 €/dt. Die Nachfrage nach Biokartoffeln bleibt verhalten. Eine aktuelle AMI-Analyse weist für 2025 (Januar bis Juni) im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang der Nachfrage privater Haushalte nach Biokartoffeln um 20 % aus. Als größter Verlierer wird dabei der klassische Lebensmitteleinzelhandel benannt.
Eier: Bio braucht keine Ferien
Trotz Ferienzeit zeigt sich der Bio-Eiermarkt weiterhin stabil und fest. Von einem Sommerloch ist keine Spur: Die Nachfrage bleibt hoch, das Angebot knapp. Vor allem XL-Eier sind rar, ähnlich wie bei Freilandeiern ist der freie Markt nahezu leergefegt.
Die Althennenschlachtungen gingen deutlich zurück, viele Herden wurden länger gehalten. Gleichzeitig sanken die Importe aus den Niederlanden um fast 20 % – ein weiterer Grund für die angespannte Versorgungslage. Auch wenn die Verbrauchernachfrage leicht nachgelassen hat, übersteigt sie das vorhandene Angebot weiterhin deutlich. Damit bleibt der Bioeiermarkt auch in der Sommerzeit von Knappheit und stabilen Preisen geprägt.
Milch: Erzeugerpreise stabil
Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch blieben im Juni größtenteils auf dem Niveau des Vormonats oder erhöhten sich leicht. Lediglich die Upländer Bauernmolkerei legte beim Auszahlungspreis im Vergleich zu den anderen Molkereien mit 1 Cent/kg etwas mehr zu. Insgesamt ist die Lage am Öko-Milchmarkt weiter positiv, denn die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Milchprodukten ist bei einem reduzierten Angebot unverändert rege.
Rinder: Weiterer Preisanstieg
Am Rindermarkt erzeugen die vergleichsweise sehr hohen Preise für konventionell erzeugtes Rindfleisch weiterhin Druck. Eine Preisdifferenz zwischen konventionell und ökologisch erzeugtem Rindfleisch ist bei den Jungbullen kaum noch vorhanden, sodass die Vermarktung deutlich schwerer fällt. Bei den Bio-Kühen ist der Abstand zu den konventionellen Preisen aufgrund anderer Abrechnungsmodelle höher als bei den Jungbullen. Die Nachfrage der Verbraucher ist trotz der hohen Preise weiterhin rege.
Schweine: Ruhiger Marktverlauf
Im Segment Bioschweine läuft es in ruhigen Bahnen dahin. Die Preise steigen gelegentlich immer noch um ein paar Cent je nach Vermarkter, weshalb sich das Gesamtsegment preislich langsam positiv entwickelt. Unübersehbar ist auch, dass die Erzeugung nach EU-Biorichtlinien deutlich rückläufig tendiert und dafür die Vermarktung über die Anbauverbände steigt. Insofern gibt es jenseits des Preisniveaus schon Bewegung im Markt. Der Trend dürfte sich fortsetzen.
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement/
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen