Umfangreiche Biokartoffelernte, gute Nachfrage
In Nordrhein-Westfalen sind Haupternte und Einlagerung der Biokartoffeln inzwischen abgeschlossen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in den anderen deutschen Anbaugebieten. Nach Abschluss der Ernte versorgen sich Abpackbetriebe und Handel gegenwärtig aus durchgeschwitzten Lagern mit Biokartoffeln.
Einer Auswertung der AMI zufolge wurden im Jahr 2024 in Deutschland 13 200 ha Biokartoffeln angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg von 800 ha oder 6,5 %. Vor dem Hintergrund einer prognostizierten erneuten Anbau-Ausdehnung in diesem Jahr und Bruttoerträgen, die als normal bis überdurchschnittlich beschrieben werden, ergibt sich für das aktuelle Anbaujahr eine umfangreiche Biokartoffelernte. Die Qualitäten der Biokartoffeln werden als insgesamt gut, teilweise jedoch als durchwachsen bewertet. So wird zum Beispiel auf Schalenverletzungen infolge der Ernte bei ausgeprägter Trockenheit verwiesen. Im Lager wird aktuell von einer früher als gewöhnlich auftretenden Keimunruhe berichtet. Die Qualitätsabzüge bewegen sich jedoch insgesamt auf einem üblichen Niveau.
Die Nachfrage nach Biokartoffeln hat sich belebt und wird als gut beschrieben. Dies bestätigen auch Ergebnisse einer AMI-Analyse. Hiernach lag die Nachfrage privater Haushalte in Deutschland im September 2025 zwar unter dem Wert des Vormonats, aber rund 15 % über dem Vorjahresniveau. Nachfrageunterstützend wirkten, neben kontinuierlichen Werbeaktionen, auch angepasste größere Verpackungseinheiten in verschiedenen Handelsketten. Speziell für Niedersachsen als größter deutscher Überschussregion bleibt festzuhalten, dass der von Saisonbeginn an verhaltene übergebietliche Versand, in Kombination mit einer umfangreichen Ernte, für Herausforderungen sorgt.
Die Erzeugerpreise für Biokartoffeln bewegen sich seit Anfang Oktober stabil auf einem Plateau von 38 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb) und liegen damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 76,00 €/dt. Auch für die kommenden Wochen erwarten die Marktbeteiligten überwiegend keine Preisänderungen.
Wilfried Beeker,
Landwirtschaftskammer NRW
Bio-Eier: Stabile Nachfrage bei begrenztem Angebot
Der Markt für Bio-Eier zeigt weiterhin eine angespannte Versorgungslage. Die Nachfrage bleibt stabil, während krankheitsbedingte Ausfälle und steigende Produktionskosten das Angebot begrenzen. Restriktionszonen nach AI-Nachweisen erschweren den Handel und sorgen für regionale, in der Regel zeitlich begrenzte, Schwierigkeiten im Warenfluss. Die Preise tendieren fest und spiegeln die knappe Verfügbarkeit wider. Die regionale Versorgungslage variiert deutlich, und die weitere Marktentwicklung bleibt aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten schwer einschätzbar. könnte.
Rinder: Preise folgen dem konventionellen Markt
Am Bio-Schlachtrindermarkt kam es im Oktober noch zu leichten Preissteigerungen. Getrieben von der Preisentwicklung am konventionellen Markt blieben die Preise für Bio-Jungbullen zuletzt stabil, während die Preise für Bio-Schlachtkühe bis Mitte November nachgaben. Mittlerweile hat sich aber eine Stabilisierung der Preise auf dem abgesenkten Niveau eingestellt. Grund dafür war das zwischenzeitlich deutlich erhöhte Angebot an Bio-Schlachtkühen und Färsen. Auch das Angebot an Bio-Jungbullen ist erhöht, kann aber durch die gesteigerte Nachfrage für das Weihnachtsgeschäft aufgefangen werden.
Schweine: Alles bleibt, wie es war
Der Ökomarkt zeigt sich weiterhin stabil und unverändert. Anders als im konventionellen Bereich konzentriert sich der Absatz überwiegend auf den nationalen Markt und den Inlandsverbrauch. Dadurch haben externe Faktoren, wie die chinesischen Zölle, die im konventionellen Markt zu Preiseinbrüchen führten, kaum Auswirkungen. Aktuell wird sogar von steigenden Preisen berichtet. Insgesamt konnten im Jahr 2025 sowohl Umsätze als auch Absatzmärkte erneut zulegen.
Milch: Erzeugerpreise weiter freundlich
Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch zeigten auch im Oktober weiter größtenteils eine freundliche Entwicklung. Eine der in NRW relevanten Bio-Molkereien zahlten ihren Erzeugern einen gegenüber dem Vormonat unveränderten Milchpreis aus. Die anderen vier Molkereien, die im Milchpreisvergleich erfasst werden, erhöhten ihren Auszahlungspreis um bis zu einem Cent/kg Milch.
Getreide: Gefestigte Preise
Anders als am konventionellen Getreidemarkt haben sich die Erzeugerpreise für Öko-Getreide in den vergangenen Wochen etwas stärker gefestigt. Die Nachfrage nach Brot- und Futtergetreide in Bio-Qualität zeigte sich lebhafter. Gerade Futterweizen und Futtergerste sind zudem nur begrenzt verfügbar, da viele Betriebe beim Weizen gute Qualitäten erzielt haben und auch die Erträge stimmten. Der Preisabstand zum Brotgetreide ist dadurch weiter gesunken, auch wenn Brot- und Qualitätsweizen ebenfalls zulegen konnte. Qualitätshafer konnte die positive Entwicklung allerdings nicht mitgehen, da dieser auch durch Importe ausreichend verfügbar ist.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement