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Die Bio-Märkte im September 2026

30.10.2026

Vorteil Biomilch: Stabile Milchpreise

In NRW werden (Stand Ende 2025) rund 100 Mio. kg Biomilch erzeugt und an sechs in NRW aufholende Biomolkereien geliefert. Aus NRW stammen 7% der gesamten Biomilchanlieferung Deutschlands, was gemessen am Konsum im bevölkerungsreichsten Bundesland wenig ist. 


 

Milchauszahlungspreise 2023 bis 2026

In einer Marktstudie Anfang 2025 wurde festgestellt, dass in NRW die Biomilch-Einkaufsmengen der Verbraucher mit rund 350 Mio. kg Biomilch erheblich höher sind als die Biomilchanlieferung aus NRW. Dies war 2022 ein wesentlicher Grund für die Molkerei Moers Frischeprodukte GmbH, hier in NRW 2022 die Biomilchverarbeitung zu beginnen.

Unter den Biomolkereien NRWs gibt es Unterschiede bei der Marktausrichtung. Veränderte Einkaufsgewohnheiten, eine allgegenwärtige Verfügbarkeit von Bioprodukten im LEH und höhere Preissensibilität führen zu Sortimentsanpassungen. Dies sollte bei der Beurteilung und Auswahl der Biomolkerei beachtet werden. Die Molkereiauswahl ist regional reduziert, da jede Molkerei nur in bestimmten Regionen aufholt. Zudem haben häufig Milchliefergemeinschaften ein exklusives Anlieferungsrecht ausgehandelt und reden bei der Aufholung neuer Mitglieder mit.

Im letzten Milchpreisvergleich von August 2026 von WLV und Fachbereich Markt der Landwirtschaftskammer betrug der Milchpreisabstand der Biomilch von fünf Biomolkereien zu den acht konventionellen Molkereien rund 22 Cent/kg Milch. Dieser Abstand hätte vor zehn Jahren zu einer deutlichen Belebung der Umstellungsanfragen geführt. Aktuell ist die Nachfrage aber ruhig, was für Umstellungsinteressierte zu günstigen Zugangsbedingungen führt. Denn klar ist, dass für den Verbraucher Biomilchprodukte fester Bestandteil ihres Konsums geworden sind. Das Biosegment hat sich etabliert. 

Bio-Milchpreisvergleich September 2026


Christoph Drerup, Landwirtschaftskammer NRW

Rinder: Positive Preisentwicklung

Das Angebot an Bioschlachtrindern zeigte sich zuletzt wieder rückläufig. Bei einer knappen Versorgungslage konnten sich die Preise wieder erholen und zogen zuletzt leicht an. Das aufgrund des Weideabtriebs sonst übliche Mehrangebot an Schlachtkühen im Oktober fällt dieses Jahr geringer aus. In einigen Regionen Deutschlands fand der Weideabtrieb nach dem heißen und trockenen Sommer eher als üblich statt.

Schweine: Biomarkt unter Druck

Schweine im Auslauf nah

Der Markt für Bioschweine steht weiterhin unter Druck. Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) reduziert zunehmend den Einkauf von Bioschweinen aus deutscher Verbandsware, während günstigere Importware an Bedeutung gewinnt. Einigermaßen stabil entwickelt sich weiterhin die Vermarktung vertraglich gebundener deutscher Bioschweine, für die aktuell Preise von rund 4,20 bis 4,55 €/kg erzielt werden können. Insgesamt sorgen jedoch der Wettbewerbsdruck durch ausländische Ware und die daraus resultierende Preisstagnation für eine angespannte Marktlage.

Eier: Knappes Angebot bei Bio-Eiern und großen Gewichtsklassen

Bio-Eier bleiben gefragt: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher halten trotz höherer Energiekosten an ihrem Kaufverhalten fest. Die verfügbaren Mengen reichen jedoch nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen. Besonders große Eier sind schwer zu bekommen. Um Ware zu beschaffen, fahren Packstellen teilweise auch kleinere Legehennenbestände in größerer Entfernung an. Das anstehende Weihnachtsgeschäft dürfte die angespannte Versorgungslage noch weiter verschärfen.

Kartoffeln: Biokartoffelernte ist abgeschlossen

Bis auf Restmengen konnte die diesjährige Ernte und Einlagerung bei den Biokartoffeln zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Der Biokartoffelmarkt bleibt geprägt vom deutlichen Rückgang der diesjährigen Anbaufläche (speziell im Hauptanbaugebiet Niedersachsen) und den Auswirkungen der diesjährigen Hitzewellen und langanhaltenden Trockenheit. Insgesamt machte dabei die Bewässerung den Unterschied: Während beregnete Standorte meist zufriedenstellende bis gute Erträge zeigen, lassen Standorte ohne Beregnung nur dürftige Erträge erwarten. 

Biokartoffeln in Tüte

Die Erzeugerpreise bewegen sich seit Mitte September auf einem Niveau von 57,00 bis 63,00 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb) und liegen damit über dem Vorjahresniveau von 38 €/dt. Gleichzeitig ergeben sich bereits Gespräche über einen Aufschlag für durchgeschwitzte Speiseware aus dem Lager. Die Nachfrage nach Biokartoffeln bleibt zufriedenstellend. Wie im konventionellen Anbau wird der Absatz dabei durch Werbeaktionen unterstützt.

Getreide: Körnermais legt zu

Die Biokörnermaisernte fällt in diesem Jahr deutschlandweit spürbar kleiner aus. Insbesondere im Südwesten steht weniger Ware zur Verfügung. Richtung Nordosten fallen die Erträge hingegen besser aus. Die Körnermaispreise liegen im Schnitt rund 20% über dem Vorjahresniveau. Durch die kleinere Maisernte ist Futterweizen etwas stärker gefragt und die Preise liegen ebenfalls oberhalb des Vorjahresniveaus. Beim Brot- und Qualitätsweizen sind die Mühlen noch ausreichend versorgt. Die Großhandelspreise für Brotweizen halten sich stabil auf Vorjahresniveau, Qualitätsweizen liegt hingegen etwas darunter.


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement