Einen besseren Ort als die genossenschaftliche Gaststätte Franz in Brochterbeck hätte es wohl kaum geben können, um sich mit dem Thema „Lokale Strategien für eine nachhaltige und resiliente Ernährung“ zu befassen. 40 interessierte Menschen kamen zusammen, um im gleichnamigen REGIOtalk ihre Erfahrungen und Wünsche in Bezug auf eine resilientere regionale Land- und Ernährungswirtschaft vor- und einzubringen.
„Kommunale Ernährungsvorsorge ist ein zentraler Baustein, um Versorgungssicherheit in Krisenzeiten zu gewährleisten und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung zu fördern“, erklärte Prof. Dr. Carola Strassner von der FH Münster, Impulsgeberin des Abends. Kommunen haben vielfältige Handlungsoptionen, wenngleich die meisten Kommunen in Deutschland das Thema Ernährung noch gar nicht „auf dem Zettel haben“.
Strategie für Nachhaltigkeit
Die Stadt Tecklenburg hat im Jahr 2024 mit der Erarbeitung und Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie einen wichtigen ersten Schritt getan. „Im Fokus des REGIOtalks steht nun die Weiterentwicklung und Umsetzung der Ziele zur kommunalen Ernährung in der Nachhaltigkeitsstrategie“, erklärte Klimaschutzmanagerin Vera Löckemann. Das Zusammenwirken der kommunalen Verwaltung und Politik mit Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft, Gastronomie, Handel und Zivilgesellschaft ermöglicht Räume, gemeinsam die stabile und nachhaltige Ernährung vor Ort voran zu bringen.
Dr. Anja Oetmann-Mennen von der Regionalwert Münsterland gGmbH legte dar, dass der Selbstversorgungsgrad im Münsterland beim Schweinefleisch extrem hoch ist, bei Obst und Gemüse hingegen lediglich 4 und 5 % beträgt. „Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Flächennutzung das große Potenzial in Tecklenburg, denn immerhin 57 % der Gemeindeflächen werden landwirtschaftlich genutzt und bereits heute produzieren die Erzeuger vor Ort ein vielfältiges Angebot“, meinte sie.
Maria Theresia Herbold vom Landesverband Regionalbewegung NRW e.V. zeigte sich begeistert von der vielfältigen Teilnehmerschaft: „Es ist super, wenn Erzeuger, Verbraucherinnen und Verbraucher und Ratsmitglieder an einem Tisch sitzen und sich darüber austauschen, was in Tecklenburg als erstes angegangen werden sollte, um die regionale Vermarktung nach vorne zu bringen.“
Es darf weitergehen
Die Veranstaltung bot Raum für Fragen, Diskussionen und Vernetzung. Dank der Förderung durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW konnte der Abend in gemütlicher Runde und - dem Thema angemessen - mit bioregionalen Speisen und Getränken und angeregten Gesprächen ausklingen. Es wurde der Wunsch laut, an diese Veranstaltung anzuknüpfen und den Prozess fortzuführen.
Dr. Anja Oetmann-Mennen, Regionalwert AG Münsterland