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Grassilagequalität: Schnitttermin und Rohfaser

05.05.2026
1. Schnitt

Ökologische und konventionelle Futterbaubetriebe führen ihren ersten Schnitt zunehmend früher durch. Diese Entwicklung wird durch den Klimawandel begünstigt, der zu einem früheren Vegetationsbeginn und einer entsprechend früheren Pflanzenentwicklung führt. Ob zuerst Kleegras oder Grünland geschnitten wird, ist hierbei weniger entscheidend als ein gutes Siliermanagement.

Die Auswertung der im Rahmen des Projekts Öko‑Leitbetriebe NRW analysierten Grünlandsilageproben zeigt jedoch, dass dieser Trend nicht so eindeutig ist. Witterungsextreme können den Erntetermin weiterhin maßgeblich beeinflussen. So kam es beispielsweise im Jahr 2021 aufgrund anhaltend nasser Bodenverhältnisse trotz optimaler Bestandesentwicklung zu verzögerten Schnitt- und Silierterminen, wie aus der Abbildung 1 zu sehen. Trotzdem zeigt der abnehmende Trend der Rohfasergehalte in Grünlandsilagen über einen Zeitraum von 26 Jahren, dass die Ernte zunehmend zu einem früheren Zeitpunkt der Pflanzenentwicklung stattfindet;  siehe dazu Abbildung 2. Darüber hinaus wird dieser Trend durch weitere Faktoren, wie den Zuchtfortschritt insbesondere beim Deutschen Weidelgras und die damit verbundene Verschiebung der Inhaltstoffe, beeinflusst.

 

Schnittzeitpunkte Grassilage

Frühe Schnitte bieten die Möglichkeit, hochverdauliche und schmackhafte Silagen zu erzeugen. Ein früher erster Schnitt weist üblicherweise höhere Proteingehalte und geringere Rohfasergehalte auf als spätere Schnitte. Während früher Rohfasergehalte von etwa 24 % in der fertigen Silage das Ziel waren, werden heute auch Silagen mit 22 % Rohfaser oder weniger erfolgreich in der Fütterung eingesetzt. Dass diese faserärmeren Silagen heute gut funktionieren, liegt an der Zusammensetzung der Gesamtration. Wird den Kühen eine proteinreiche und etwas faserärmere Grassilage angeboten, kann dies zu folgenden Effekten führen:

  • Höhere Trockenmasseaufnahme der Gesamtration aufgrund der besseren Schmackhaftigkeit
  • Reduktion des notwendigen Kraftfuttereinsatzes, da Grobfutter mit höherer Energie- und Proteindichte zur Verfügung stehen.
  • Weiterhin ausreichende Rohfaserversorgung der Gesamtration (rund 18 %)

Tessa Alkemper, Dr. Sebastian Glowacki,
Landwirtschaftskammer NRW