03.07.2026
Zuletzt sind die Außentemperaturen auf über 30 °C geklettert. Da Schweine aufgrund geringer Schweißdrüsen nur eine eingeschränkte Fähigkeit zur Wärmeregulierung haben, kommt es schnell zu Hitzestress.
Bereits ab etwa 20 bis 25 °C können erste Stressreaktionen auftreten, die sich negativ auf Futteraufnahme, Wachstum und Fruchtbarkeit auswirken. Um diesen Problemen effektiv entgegenzuwirken, hier einige Tipps für alle Schweinehalter:
- Wasserversorgung sicherstellen: der Wasserbedarf eines Schweines liegt bei rund 10% seines Körpergewichts. Außerdem die Durchflussraten der Tränken kontrollieren.
- Achten Sie an heißen Tagen auf Ruhe im Stall und legen Sie die Fütterungszeiten am Besten in kühlere Tageszeiten.
- Tagesration auf mehrere kleine Einzelportionen aufteilen, auch um das Verderben des Futters zu vermeiden.
- Halten Sie Stalltüren geschlossen, damit Außenwärme nicht so schnell in den Stall eindringen kann.
- Kontrollieren Sie insbesondere an den heißen Tagen die Lüftungseinstellungen am Lüftungscomputer und schauen Sie in jedem Abteil, ob die Lüftung korrekt arbeitet.
- Kühlsysteme im Stall nutzen: eine besonders bewährte Maßnahme sind Wasserverneblungssysteme. Durch feine Wasservernebelung wird die Umgebungsluft gekühlt, wodurch die Stalltemperatur deutlich sinkt. Diese Technik sorgt für ein gleichmäßiges und klimatisch stabiles Umfeld für die Tiere. (Die BUT-Förderung für die laufenden Mehrkosten hat die Betriebe veranlasst, Wasservernebelungssysteme in den Ausläufen zu installieren. In diesem Jahr macht es sich auch unabhängig von der Förderung bezahlt.)
- Mikrosuhlen können dazu beitragen, dass die Schweine sich effektiv kühlen können.
- Sauen im Abferkelstall während der Geburt mit einem nassen Handtuch kühlen, um die Körpertemperatur der Sau zu senken.
Insgesamt ist ein effektives Hitzemanagement entscheidend, um Tierwohl und Leistungsfähigkeit der Schweine zu sichern. Moderne Stalltechnik und eine gute Betreuung helfen dabei, die negativen Auswirkungen hoher Temperaturen deutlich zu reduzieren.
Leonie Jüdt,
Landwirtschaftskammer NRW