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Maisaussaat: Das Beikraut in den Griff bekommen

05.05.2026

Mais ist eine Kultur mit langsamer Jugendentwicklung und spätem Reihenschluss. Schnelles Auflaufen und eine optimale Jugendentwicklung werden durch späte Saaten bei ausreichender Bodentemperatur von dauerhaft mehr als 10°C und stabile, langanhaltende, warme Witterung nach der Saat erreicht. 

Anhäufeln von Mais. Foto: Markus Mücke

Bei hohen Tagestemperaturen und kühlen Nachtwerten kann mit der Aussaat der Maisflächen in vielen Regionen in den ersten beiden Maiwochen begonnen werden. Gerade in höheren Lagen ist auch eine noch spätere Saat problemlos möglich. Neben der Reduktion des Unkrautdrucks während des Auflaufens ist der Saattermin auch Prävention gegen bodenbürtige Krankheiten sowie Krähen- und Taubenfraß - das Zeitfenster wird verkürzt.

Kluge Sortenwahl und Saatbettbereitung

Der erste Schritt zur Unkrautregulierung ist die Sortenwahl. Hier lohnt es sich, auf Sorten mit einer schnellen Massebildung und planophiler Blattstellung zu setzen. Diese Eigenschaften werden in den Öko-Landessortenversuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Ergebnisse KörnermaisErgebnisse Silomais) erfasst. Zudem ist es empfehlenswert, gerade bei Körnermais auf die frühen Reifegruppen (bis S/K 220 zu setzen. In Gunstlagen bei zeitiger Aussaat kann auch bis S/K 240 ausgesät werden, um die Abreife sicherzustellen sowie Bodenschäden bei der Ernte und hohe Trocknungskosten zu vermeiden.

Bei Schlägen mit hohem Unkrautdruck kann zusätzlich zwei bis drei Wochen vor der Saat ein falsches Saatbett angelegt werden. Hierfür wird schon vor dem Legen ein Saatbett bereitet und die auflaufenden Unkräuter gestriegelt. Bei dieser Maßnahme ist abzuwägen, ob gerade bei leichten Standorten der Schlag zu sehr austrocknet und Bodenfeuchte für den Mais verloren geht.

Bei leichten Standorten darf der Mais mit 5 bis 6 cm etwas tiefer gelegt werden, um ausreichende Bodenfeuchte zu ermöglichen und Krähenfraß zu erschweren. Auf schwereren Böden kann etwas flacher gelegt werden, da die Wasserverfügbarkeit besser ist und die Pflanze so schneller aufläuft.

Hinweise zum Striegeln

Nach dem Legen ist es auf jeden Fall empfehlenswert, blind, also vor dem Durchstoßen der Maisspitzen, bereits ein bis zwei Mal zu striegeln. Der Striegel kann nur Wirkungsgrade bis zu 80 % erreichen, wenn die Unkräuter noch im Fädchen- und Keimblattstadium sind. Generell ist Mais gut striegelverträglich. Nur beim Durchspitzen (BBCH 10 bis 11) ist er empfindlich. In diesem Stadium am besten nicht oder nur mit sehr geringer Fahrgeschwindigkeit von 2 bis 4 km/h striegeln. Im Idealfall wird drei bis sieben Tage nach dem Maislegen der Schlag gestriegelt, um die erste Unkrautwelle zu erwischen und den Druck rauszunehmen. 

Es macht durchaus Sinn, den Saattermin so abzustimmen, dass im Vorauflauf „Striegelwetter“ ist und das Blindstriegeln möglich ist. Im 4 bis 6-Blattstadium kann dann nochmal gestriegelt werden, bei hohem Druck auch quer oder diagonal, um zusätzlich in der Reihe zu regulieren.

Hinweise zum Hacken

Das Hacken senkt nicht nur den Unkrautdruck, sondern verbessert zusätzlich die Durchlüftung des Bodens und führt zu einer gewissen N-Mineralisierung. Elementar sind die Richtwerte Säbreite = Hackbreite, sowie Anzahl Säaggregate = Anzahl Hackaggregate. Das gilt insbesondere, wenn Arbeiten im Lohn erledigt werden. Ab dem 2-Blattstadium kann der Mais gehackt werden. In diesem frühen Stadium reagiert der Mais noch relativ empfindlich auf ein Verschütten, daher ist der Einsatz von Schutzscheiben empfohlen.

Ab etwa BBCH 16 kann der Mais leicht angehäufelt werden, um Unkraut in der Reihe zu regulieren. Dieser Effekt wird durch den zusätzlichen Einsatz der Fingerhacke verstärkt. Alternativ ist auch der Einsatz einer Rollhacke eine gute Option. Ab diesem Stadium kann nicht mehr so eng an der Pflanze gehackt werden, da ansonsten leicht Wurzeln verletzt werden könnten. 

Beim letzten Häufelgang kurz vor Reihenschluss kann auch eine Rollhacke oder Kartoffelhäufeltechnik genutzt werden, um abschließend kräftig anzuhäufeln. 

Weitere Informationen zur Beikrautregulierung im ökologischen Maisanbau finden Sie in einem ausführlichen Fachbeitrag von Markus Mücke, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, auf dieser Webseite


Sophie Knobelsdorf, Landwirtschaftskammer NRW