Logo der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Mehr Ökolandbau in China

21.09.2026

Chinas erste Konferenz für Ökogemüsebau fand vom 28. bis 31. August 2026 in Dali, China, statt. 

Steffen Reese vom FiBL
„Jedes einzelne Mu, das auf Ökolandbau umgestellt wird, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Glaubwürdigkeit von Ökoprodukten im chinesischen Binnenmarkt kann einen enormen Beitrag für die Umweltgesundheit in China leisten“, sagte Steffen Reese vom FiBL bei der Eröffnungszeremonie der ersten Chinesischen Öko-Gemüsebau Konferenz in Dali.

1 000 Teilnehmer nahmen online teil, rund 500 waren vor Ort - darunter einige internationale Experten wie Prof. Raffaele Zanoli von der Universita Politecnica delle Marche/Italien, Prof. Carol Miles von der Washington State University/USA, Prof. Rodney Thompson von der Universidad de Almeria/Spanien, Steffen Reese vom FiBL und Jose Manuel Escobar Garcia, Naturland Landwirt aus Spanien. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der „China Vegetable Association“ und dem „Erhai Lake Basin Agricultural Green Development Research Institute“ ausgerichtet.

Fachleute und Landwirtschaftsbeamte haben zu stärkeren Anstrengungen im Farm-to-Table-Management von heimischem Bio-Gemüse aufgerufen, insbesondere in Bezug auf die Reduzierung von externen Betriebsmitteln, einer vollständigen Prozessrückverfolgbarkeit und verbesserter Kühlkettenlogistik. China würdigt zunehmend den ökologischen Landbau und Bio-Wertschöpfungsketten im besonderen Hinblick auf die CO₂-arme Produktion und nachgewiesener ökologischer Effekte. Dabei werden Bioprodukte in China zu einem Markenzeichen landwirtschaftlicher Kompetenz. Auf der Konferenz fand darüber hinaus die Gründung des Fachkomitees für Bio-Gemüse der China Vegetable Association statt.

Förderung einer „grünen Produktion“

Prof. Fusuo Zhang von der China Agricultural University widmete seine Keynote-Rede der Förderung einer grünen landwirtschaftlichen Produktion, um eine nachhaltige und ökologische Entwicklung des Gemüseanbaus zu erreichen. Er sagte, dass in der Weiterentwicklung der ökologischen Landwirtschaft hohe Erträge bei sehr guter Qualität anstrebt werden müssen, um gleichzeitig die Einkommen der Landwirte abzusichern. 

Steffen Reese vom FiBL fokussierte die dringende Notwendigkeit, Forschung und Produktion im Ökobereich voranzutreiben. Der Öko-Landbau ist auch in China ein maßgeblicher Teil der Lösung in Bezug auf die Klimakrise, den Verlust der Biodiversität sowie die Verschmutzung von Böden und Wasser. Außerdem betonte er, dass es entscheidend ist, den ganzheitlichen Ansatz der ökologischen Landwirtschaft zu verstehen, um die notwendige Glaubwürdigkeit gegenüber der Gesellschaft zu gewinnen und die positive Entwicklung des nachhaltigen Konsums zu fördern.

China auf dem dritten Platz

Laut den jährlichen weltweiten Statistiken des FiBL liegt China mit seinem Öko-Umsatz im Markt auf Platz drei, nach den USA und Deutschland. In den letzten Jahren hat sich Chinas Biogemüsebau schnell entwickelt, mit einer Anbaufläche von 1,2 Mio. Mu - das entspricht 80 000 ha - und einem Produktionswert von 8,6 Mrd. Yuan, das sind 1,1 Mrd. €. Allerdings macht ihr Produktionsumfang nur 0,3 % der gesamten Gemüseanbaufläche Chinas aus - und ihr Produktionswert beträgt lediglich 2,4 % des gesamten Produktionswerts der Biolandwirtschaft in China, was bei weitem nicht die Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Gemüse deckt.

Mehr Nachfrage nach Ökoprodukten

Das Interesse der Gesellschaft an Ökoprodukten nimmt in China zu. Mit dieser Öko-Konferenz war das deutliche Signal verbunden, dass China den Herausforderungen in Bezug auf Umweltbelastungen verstärkt mit der Ökologisierung der Landwirtschaft begegnen wird. Dabei stehen ökologisch sensible Regionen im Vordergrund. Um attraktive Verbraucherpreise gestalten zu können, werden größere Umstellungsflächen angestrebt.


Steffen Reese, FiBL Brüssel