Weidelandschaften sind die artenreichsten und vielfältigsten Landschaften Deutschlands. Durch die extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen sind wertvolle Biotope entstanden. Schäfereien finanzieren sich heute vor allem über die Pflege derartiger Flächen. Obwohl die Schafhaltung oft nicht mehr wirtschaftlich ist, hat sie in vielen Regionen Tradition. Die neue Ausgabe der Zeitschrift „LandInForm“ zeigt, wie Regionen und Schaf- und Ziegenhalterinnen und -halter voneinander profitieren können.
Die Familie Lenz betreibt im hessischen Schlüchtern eine von wenigen Schlachtstätten für Schafe und die einzige für Ziegen in weitem Umkreis. Die Familie hält seit 60 Jahren Schafe in Hüteschäferei und hat sich mit dem eigenen Schlachthaus, einer Metzgerei sowie einem Cateringservice mehrere Standbeine aufgebaut. Mit der erfolgreichen Vermarktung von Fleisch ist sie allerdings ein Sonderfall.
Zwei Drittel des Einkommens aus der Landschaftspflege
Nur etwa ein Drittel ihres Einkommens erzielen Schäfereien in Deutschland durch den Verkauf von Schaf- oder Lammfleisch. Zwei Drittel stammen aus der Landschaftspflege, insbesondere von naturschutzrelevanten Flächen. Im Allgäu setzt der „Landschaftspflegehof Adelegg“ Ziegen ein, um artenreiche Blühwiesen, die aus der Nutzung gefallen sind, freizuhalten. Er schreibt mit der Vermarktung der Ziegenmilch schwarze Zahlen und ist ein Beispiel für eine gelungene regionale Unterstützung: Eine Bürgerstiftung hat den Stall und die Molkerei finanziert und gebaut. Andernorts ist Menschen die Bedeutung von Schafen nicht so bewusst.
Kleine Wiederkäuer bekannter machen
Der hessische Geo-Naturpark „Frau-Holle-Land“ hat deshalb Formate entwickelt, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Schafhaltung wieder näher zu bringen. In den vergangenen fünf Jahren haben über 13 000 Menschen die Angebote wahrgenommen.
Diese und weitere Beiträge finden Interessenten in der aktuellen Ausgabe der DVS-Zeitschrift unter www.land-inform.de.
BLE