Auf dem Voigtshof in Sonsbeck ging es am 23. Juni um das Partnerschaftsbündnis für den Ökolandbau am Niederrhein, zu dem sich viele Vertrerinnen und Vertreter eingefunden hatten.
In einer Presseveranstaltung der Kreise Kleve und Wesel wurde am vergangenen Dienstag das Partnerschaftsbündnis für den Ökolandbau am Niederrhein vorgestellt.
„Gemeinsam gestalten, regional handeln, Ökolandbau stärken“ - das hat sich das Partnerschaftsbündnis für den Ökolandbau am Niederrhein bei seiner Gründung im November 2025 vorgenommen. In diesem Netzwerk aus Akteurinnen und Akteuren verschiedener gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bereiche werden konkrete Maßnahmen beschlossen und umgesetzt, die den ökologischen Landbau und die damit verbundenen regionalen Wertschöpfungsketten in der Region fördern und ausweiten sollen.
Ein gutes halbes Jahr nach dessen Gründung haben Vertreterinnen und Vertreter der beiden Kreise Kleve und Wesel, die gemeinsam die Öko-Modellregion Niederrhein beherbergen, sowie dort ansässige Akteure die ersten Ergebnisse ihres gemeinsamen Engagements im Netzwerk vorgestellt. Mit dem Voigtshof der Familie Grosse in Sonsbeck-Labbeck war eine ausgesprochen inspirierende Kulisse für dieses Treffen gewählt worden.
Erfolge sichtbar machen
„Die Landwirtschaft ist landschafts-, wirtschafts- und charakterprägend für unsere beiden niederrheinischen Kreise und deren Entwicklung und somit zukunftsweisend für die ganze Region. Gemeinsames Netzwerken und das Einbringen von Fachwissen, Erfahrungen und eigenen Perspektiven der Menschen sind hierfür unverzichtbar! Gemeinsam wollen und müssen wir uns klarwerden, wo wir hin und wie wir die Landwirtschaft der Zukunft gestalten wollen. Für diese Zukunftsvision ist der Ökolandbau ein echtes Plus und bietet große Chancen.“ So positiv blickte der Weseler Kreisdirektor Ralf Berensmeier in seinem Grußwort auf die Gründung des Partnerschaftsbündnisses, das dabei helfen könne, die guten Produkte, die am Niederrhein erzeugt werden, auch gut zu verarbeiten und erfolgreich zu vermarkten und dies für alle sichtbar zu machen. „Der Niederrhein soll als eine Region bekannt sein, in der Landwirtschaft und Wirtschaft gemeinsam erfolgreich sein können.“
Peter Aengenheister, Kreis Kleve, betonte die in der ÖMR Niederrhein enge und engagierte Zusammenarbeit der Akteure in der bio-regionalen Wertschöpfungskette und sah diese konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit durch das Bündnis gestärkt. „Wir unterstützen alle Partner dabei, noch mehr Projekte miteinander zu vernetzen“, versprach er.
Schon viele Positivbeispiele
Zur Gründung im November 2025 hatten sich 13 Akteure zusammengefunden, mittlerweile sind es 18. „Alle eint der Wunsch, den Ökolandbau zu stärken“, führte Pia Haartz, Managerin der ÖMR Niederrhein, in das Bündnis ein. Die Veranstaltung in Sonsbeck zeige bereits ein halbes Jahr nach der Gründung der Partnerschaft anhand konkreter Praxisbeispiele, was sich aus dem Bündnis heraus entwickelt hat. „Und künftig noch entwickeln kann: Ein eigens erarbeiteter Maßnahmenkatalog bietet Inspiration, denn von Bildungsprojekten bis hin zu bio-regionalen Beschaffungsstrategien ist vieles möglich“, fasste Haartz zusammen. „Das Bündnis lebt vom Mitmachen!“
So berichtete Sandra Kimm-Hamacher, Wirtschaftsförderin der Stadt Reese, von ihrem Bildungsprojekt zur bio-regionalen Ernährung. Dieses wurde gemeinsam mit dem Natur- und Umweltbildungszentrum Wahrsmannshof und dem Biolandwirtschaftsbetrieb Steinhof aus Rees-Bienen für Schüler und Schülerinnen einer vierten Grundschulklasse umgesetzt. Neben Einblicken in die Bedeutung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln konnten die Kinder auf einer Exkursion zum Steinhof ökologische Landwirtschaft hautnah erleben. In Sonsbeck wiederum wurde die Mittagsverpflegung im Offenen Ganztag in den Blick genommen. Andreas Manthey, Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde, erläuterte, wie der Bio-Anteil beim Essen erhöht werden konnte. In einem nächsten Schritt werde geprüft, wie dieser Anteil weiter ausgebaut und ein pädagogisches Angebot zum Thema gemacht werden könne. „Wir wollen stärker herausarbeiten, wo die Gemeinde Sonsbeck einen Hebel hat“, so Manthey. Dabei solle man nicht zuviel auf einmal wollen. „Wenn man, zum Beispiel bei der OGS-Verpflegung, klein startet, ergeben sich daraus oft die nächsten Schritte.“
Just am Veranstaltungstag wurden weitere Partner im Bündnis willkommen geheißen. So unterzeichneten Matthias Dames vom Landhotel Voshövel in Schermbeck und Judith Schmitz, Klimaschutzkoordinatorin der Gemeinde Sonsbeck, symbolisch den Kooperationsvertrag, mit dem beide Akteure sich dazu verpflichten, eine Maßnahme zur Stärkung des Ökolandbaus umzusetzten: Das Landhotel Voshövel strebt an, den Anteil von Ökoprodukten in Hotel- und Gastronomie zu erhöhen.
Weitere Partner sind willkommen
Das Partnerschaftsbündnis ist ein offenes Netzwerk und lädt weitere Akteurinnen und Akteure ausdrücklich zur Mitwirkung ein. „Jede zusätzliche Maßnahme, ob aus Landwirtschaft, Bildung, Verwaltung, Kultur oder Wirtschaft, trägt dazu bei, ökologische Wertschöpfungsketten zu stärken und nachhaltige Entwicklungen am Niederrhein voranzubringen“, betonte Pia Haartz. Guten Beispiele, wie dem Projekt der Stadt Rees, will die Partnerschaft eine Plattform bieten und zum Mitmachen anregen. Hierfür wurde ganz aktuell auf der Webseite der Öko-Modellregionen NRW eine neue Infoseite ins Leben gerufen, auf der das Bündnis sowie die Partner und ihre Maßnahmen präsentiert werden.
Meike Siebel,
Landwirtschaftskammer NRW