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Nmin-Richtwerte für Winterungen

12.02.2026

Um die Stickstoffobergrenze nach der Düngeverordnung mit Hilfe der Düngebedarfsermittlung (DBE) korrekt zu berechnen, müssen der mineralische Stickstoffvorrat der Bodenschichten von 0 bis 90 cm, der zu Vegetationsstart vorliegt, einbezogen werden. 

Dafür gibt drei Optionen: 

  • Durchführung einer eigenen Nmin-Bodenanalyse
  • Verwendung der allgemeinen Richtwerte der Landwirtschaftskammer NRW
  • Abruf regionaler Werte über das Online-Portal www.nmin.de.
    Das Online-Tool berechnet aus anonymisierten LUFA-Daten individuelle Werte für verschiedene Bodenarten und Regionen. 

Dank eines empirischen Modells, das Wetterdaten und historische, anonymisierte Nmin-Werte der LUFA NRW nutzt, können die Richtwerte rechtzeitig vor Beginn der Düngesaison bereitgestellt werden. Weiterführende Informationen finden Sie auch online unter www.duengung-nrw.de.

Stickstoff (N) blieb im Wurzelraum 

Neben den restlichen N-Mengen nach der Ernte der letzten Hauptfrucht im Boden, der angebauten Vorkultur sowie dem Verbleib an Ernteresten auf der Fläche hat der Witterungsverlauf im Herbst und Winter einen bedeutenden Einfluss auf den Nmin-Gehalt zu Vegetationsbeginn. 

Bodenprobe
Die eigene Nmin-Probe ist die bewährteste Methode, um den Nmin-Vorrat unter den eigenen Flächen zu ermitteln.

Die zurückliegenden Monate waren überdurchschnittlich trocken: Im Durchschnitt – gemessen an repräsentativen Wetterstationen in den jeweiligen Ackerregionen – sind seit November 2025 25 % weniger Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel gefallen, wie die Grafik zeigt. Mit Blick auf die Regionen war es im Münsterland nach DWD-Wetterstation Münster-Greven am trockensten – hier kam nur etwa die Hälfte der üblichen Menge herunter. Im südlichen Rheinland wurden an der DWD-Wetterstation Nörvenich hingegen annäherungsweise die durchschnittliche Niederschlagsmenge gemessen. In den anderen aufgeführten Regionen wurden ein Drittel bis ein Viertel weniger Niederschlag gemessen. 

Mit den geringeren Niederschlagsmengen einhergehend wurde auch weniger mobiler Nitratstickstoff in tiefere Bodenschichten verlagert oder sogar aus der Wurzelzone ausgewaschen. Somit standen und stehen diese N-Mengen den Winterungen zum Aufnehmen bereit. Aufgrund der größtenteils guten Aussaatbedingungen im letzten Herbst, konnten die Winterungen angemessen etabliert werden und gewisse N-Mengen befinden sich bereits in der Pflanze. 

In der Regel konnten bei der letzten Ernte aufgrund der zufriedenstellenden Witterung während der Vegetationszeit durchschnittliche bis überdurchschnittliche Erträge erwirtschaftet werden. Dies hatte entsprechende N-Entzüge zur Folge, sodass auch die Rest-Nmin-Gehalte auf einem entsprechend erfreulichem Niveau waren. Diese Prozesse sind auch aus den zuletzt veröffentlichten Nitratdienst-Berichten nachzuvollziehen.

Grafik: Niederschlag im Winter 2025/26

Leicht überdurchschnittlich höheres Niveau

Die Nmin-Richtwerte für die Winterungen in 2026 fallen aufgrund der beschriebenen Rahmenbedingungen bei den meisten Kulturen etwas höher aus als im Durchschnitt der letzten Jahre oder im Vergleich zu den vorläufigen Nmin-Richtwerten. Weiterhin ergeben sich diesmal keine nennenswerten Unterschiede hinsichtlich der Vorkulturen. Daher wird für jede angebaute Winterung nur ein Richtwert ausgegeben und die Tabelle somit übersichtlicher. Da die Abweichung zu den Vorläufigen Nmin-Richtwerten ausnahmslos weniger als 10 kg/ha beträgt, muss bei einer bereits erstellten DBE keine Anpassung des Nmin-Werts erfolgen. 

Tabelle: Nmin-Richtwerte Winterungen 2026

Präzise Düngung durch Analysen

Im Vergleich zu einer selbst gezogenen Nmin-Probe und dessen Wert bieten die Nmin-Richtwerte für NRW lediglich eine Orientierung. Da lokale Bedingungen und die individuelle Bewirtschaftung stark schwanken, liefern nur eigene Bodenproben exakte Werte für die jeweiligen Flächen. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechte Düngung, schont die Umwelt und spart Kosten. 

Die beschriebenen unterdurchschnittlich niedrigen Niederschläge mögen zwar für viele Standorte zutreffen, am eigenen Standort können es jedoch Abweichungen von geben und der Einfluss des Niederschlags größer gewesen sein. Das trifft vor allem für Standorte mit leichteren Bodenarten zu. Dort haben auch geringe Niederschlagsmengen aufgrund der geringen Sorptionskraft des Bodens einen hohen Einfluss auf die Verlagerung von Nitratstickstoff. Sinnvoll ist es, die Probe auch direkt auf Sulfatschwefel (Smin) und – besonders auf leichten Standorten – auf Kalium untersuchen zu lassen, um die Stickstoffeffizienz zu optimieren.

Untersuchen lassen

Untersuchungen können zum Beispiel bei der LUFA NRW beauftragt werden. Auf der Website www.lufa-nrw.de sind auch Leitfäden für die Nmin-Probenahme zu finden. Für vergleichbar bewirtschaftete Flächen können auch repräsentative Beprobungseinheiten gebildet werden. Details zu den Einheiten, spezifischen Probenahmetiefen und rechtlichen Vorgaben gibt es im DBE-Handbuch unter www.duengung-nrw.de oder unter www.landwirtschaftskammer.de im Merkblatt zu Beprobungseinheiten.


Holger Fechner und Philipp Schad
Landwirtschaftskammer NRW