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Ökosaatgut gesammelt bestellen

24.05.2023

Weidehaltung spart Energie und Wasser. Foto: Landwirtschaftskammer NRW

Sammelbestellung für den Sommer 2023: Durch unterdurchschnittliche Samenerträge kommt es bei einzelnen Arten zu einer Verknappung, sowohl bei Öko-Saatgut als auch bei konventionellem Saatgut.

Speziell im Öko-Landbau gilt eine geänderte Genehmigungspraxis für konventionelle Anteile in den Saatgutmischungen: Seit dem 1. Januar 2022 müssen vor dem Kauf einzelgenehmigungs-pflichtige Arten von der Kontrollstelle genehmigt oder allgemeingenehmigungspflichtige Arten durch Ausnahmegenehmigung aus der Datenbank nachgewiesen werden. Bei Bedarf unterstützt die AG Öko-Futtersaaten das Genehmigungsverfahren.

Die Sammelbestellung enthält ausschließlich offiziell empfohlene Sorten für Niederungs-, Moor- und Mittelgebirgslagen.

Weitere Qualitätseigenschaften

1. Zur Ertragssicherung: fast durchweg mindestens zwei Sorten je Art oder Reifegruppe (Deutschem Weidelgras), mit ausgeglichenem Mengenanteil.

2. Sorten und Preise sind verbindlich: Was angeboten wird, wird auch geliefert.

3. Weißkleesorten: mit niedrigem Blausäuregehalt.

4. Wo möglich, 100 % Öko-Anteil (Ausnahmen siehe Tabellen und Bestellformular)

Offizielle Empfehlungen unerlässlich

Bei der Beurteilung von Saatgut für Grünland und Kleegras muss jedem bewusst sein: Es treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Vermehrer streben tendenziell zu höheren Samenerträgen, der Landwirt ist hingegen am vegetativen Ertrag interessiert. Auch der Hinweis, mit einer Mischung gute Erfahrungen gemacht zu haben, hilft wenig, da die Mischungszusammensetzung je nach Sorten-Verfügbarkeit stark variieren kann. Daher dienen ausschließlich offizielle Sortenprüfungen und Mischungsvergleiche als Basis der Sammelbestellungen.

Die für die Sammelbestellung ausgewählten Sorten entsprechen den offiziellen Empfehlungen der AG der norddeutschen Landwirtschaftskammern (NRW, NDS und SH) sowie der AG der Mittelgebirgsländer (RLP, SL, HE, TH, SN sowie Teile von NRW und Belgien). Für andere Regionen werden sie, an die dortigen Empfehlungen, angepasst. Sorten, die in der Region nicht geprüft werden, weil sie vom Züchter hierzu nicht angemeldet wurden, können auch nicht in der Region empfohlen werden. Aus langjährigen Versuchen wurden Qualitäts-Standard-Mischungen für unterschiedliche Standort- und Nutzungsbedingungen entwickelt. Die hierfür einzumischenden Sorten müssen, um die Qualität zu gewährleisten, aus der Liste der empfohlenen Sorten stammen.

Empfehlungen für Kleegrasmischungen

Aus Tabelle 2 Niederungen, Tabelle 4 Mittelgebirge - (Tabellen siehe oben rechts zum Download):

  • A7: Schnitt und Weide, nicht bei Kurzrasenweide
  • A5 spät plus S: vorwiegend Schnittnutzung, nicht bei Kurzrasenweide
  • A5 spät plus W: Schnitt und Weide, nicht bei Kurzrasenweide
  • G III-S: intensive Beweidung, Kurzrasenweide bei nur 1 – 2-jähriger Nutzung

            (Sortenwahl entsprechend Grünlandnutzung, deshalb in Tabelle unter Grünlandmischung)

  • A 6 mit Alexandriner- oder/und Perserklee: Sommerkleegras für Schnittnutzung
  • A3 plus S: vorwiegend Schnittnutzung, meist geringerer Proteinertrag, nicht bei Kurzrasenweide
  • A3 plus W: Schnitt und Weide, meist geringerer Proteinertrag, nicht bei Kurzrasenweide
  • A9: Luzernegrasmischung: Schnittnutzung
  • A9 plus Rotklee: Schnittnutzung
  • Reines Welsches Weidelgras: bei hoher freier Stickstoffmenge im Boden (z.B. nach Kartoffeln)
  • Landsberger Gemenge: 1 Schnitt im Frühjahr
  • A8 (Luzerne-Reinsaat)
  • A10 (Sommerzwischenfrucht für Schnitt, siehe Tab. 7)
  • Kräutermischung (zum Testen, siehe Tab. 5)

Empfehlungen für Grünlandmischungen

Aus Tabelle 1 Niederungen, Tabelle 3 Mittelgebirge, Tabelle 5 Moor - (Tabellen siehe oben rechts zum Download):

  • G I: extensive Nutzung, frisch-feuchte Standorte, keine Kuhweiden oder Kurzrasenweide
  • G II: Mähweide, alle Standorte, nicht bei Kurzrasenweide
  • G III: intensive Beweidung, Kurzrasenweide
  • G V o. Klee: Nachsaaten                                         
  • G V mit Klee: Nachsaaten
  • G IV KG: Mähweide, sehr trockene Standorte, nicht bei Kurzrasenweide
  • G IV RSC: Mähweide, sehr trockene Standorte, nicht bei Kurzrasenweide

Hermann Vollmer, AG Futtersaaten