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Praxisnahe Einblicke in den Ökolandbau

03.06.2026
Hofladen Schild

Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe am Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Bonn-Duisdorf waren am 29. Mai zu Besuch auf dem Biobetrieb Wittfelder Hof in Wachtberg.

Die Durchführung von Öko-Pflanzenbautagen ist ein fest etabliertes Angebot des Fachbereichs Ökolandbau an der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Berufsschulklassen, Beraterinnen und Beratern sowie den Betrieben wird ein Tag auf einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb in der jeweiligen Region der Schule organisiert. 

Am zweiten Termin der Öko-Pflanzenbautage 2026 - gestartet hatte das Berufskolleg Borken Mitte Mai auf dem Betrieb von Eckhard Holloh in Schermbeck - stand für die 35 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe des Berufskollegs Rhein-Sieg-Kreis der Besuch bei Andreas und Judith Bollig auf dem Stundenplan. Sie bewirtschaften den Wittfelder Hof, zwischen Pech und Berkum in Wachtberg gelegen, seit der Betriebsübernahme durch Andreas Bollig 2019 als Bioland-Betrieb. 

Schüler auf Acker
Die Ackerbohnen sind Vicin- und Tannin-arm und werden in der Schweinefütterung eingesetzt.

Nur ein kleiner Schritt zu „Öko“

„Unser Hof liegt optimal für die Direktvermarktung nahe Bonn und Meckenheim, die Nachfrage nach Bioprodukten war schon vor der Umstellung da und der Schritt zum Ökolandbau wegen der betrieblichen Strukturen gar nicht so groß“, berichtete der Betriebsleiter bei der Vorstellungsrunde. Der Schwerpunkt liegt auf der Haltung von 85 Sauen, rund 300 Schweinemastplätzen, 1 000 Legehennen und noch einmal so vielen Masthähnchen, von denen 50 pro Woche geschlachtet und über den Hofladen vermarktet werden. 65 ha Acker bewirtschaftet Bollig nach ökologischen Standards mit Getreide, Mais, Kleegras, Futtererbsen und Ackerbohnen, die der Teilnahme am Programm der Vielfältigen Leguminosen halber einen Anteil von 10 % in der Fruchtfolge ausmachen. 

Viele Fragen

Schüler auf Acker

„Wie bekommt ihr das Unkraut in den Griff?“, „Baut ihr das Futter für die Legehennen selber an?“, oder „Wie hoch liegen die Getreideerträge?“ - unter anderem diese Fragen interessierten die Schülerinnen und Schüler aus Duisdorf. „Man muss Öko auf fünf Jahre sehen; ich habe bislang jedes Jahr neu dazugelernt. Vor allem bei der mechanischen Unkrautbekämpfung. Hacken und Striegeln statt Spritzen - bei einer Stundenleistung von 15 ha bin ich mit der Feldspritze auch nicht schneller!“, so lautete Bolligs Fazit der in dieser Zeit gewonnen Erkenntnisse. 


Weizen, Gerste, Hafer, Triticale - Andreas Bollig baut das Futter für seine Tiere selber an. 60 bis 70 % vom konventionellen Getreideertrag erntet er von seinen Ökoflächen.

Schüler an Geräten

Hacken und Striegeln ersetzen den chemischen Pflanzenschutz in Getreide, Mais und Leguminosen.

Infos zur Bildung im Ökolandbau sowie die Kontakte zu den Ansprechpartnerinnen finden Sie auf dieser Webseite unter "Bildung"


Meike Siebel,
Landwirtschaftskammer NRW