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Rückblick auf 2025 in Haus Riswick

05.01.2026
Mobgrazing
Mobgrazing-Fläche im Ökobetrieb von Haus Riswick.

Das Jahr 2025 war für Haus Riswick von zahlreichen Entwicklungen und Erfolgen geprägt. Besonders im Bereich der Rinderhaltung konnten bedeutende Fortschritte erzielt werden. 

Im Frühjahr stand ein wichtiges Ereignis an: Insgesamt 120 Kühe sind erfolgreich in den neuen Tierwohl-Umwelt-Interaktionsstall (TUI-Stall) eingezogen. Dieser in Deutschland einzigartige Milchviehstall ermöglicht es, die Wechselbeziehungen zwischen Tierwohl und Umweltschutz zu erforschen. Durch sein modulares Stalldesign bildet der TUI-Stall einen wichtigen Baustein für die zukünftige Weiterentwicklung des Versuchsstandorts und eröffnet neue Perspektiven für die praxisnahe Forschung. 

NPassend abgeschlossen

Im September konnte die umfangreiche Datenerfassung zum Versuch „NPassend“ erfolgreich abgeschlossen werden. In diesem Projekt wird untersucht, welchen Einfluss eine phosphorreduzierte Fütterung in der Spätlaktation auf Tiergesundheit, tierische Leistungen, Nährstoffausscheidungen und den Ausstoß klima- und umweltrelevanter Gase hat. Hierzu wurden die Versuchstiere in der Spätlaktation in zwei Fütterungsgruppen mit unterschiedlicher Rohproteinversorgung (120 g CP/kg TM und 140 g CP/ kg TM) eingeteilt. In der anschließenden Trockenstehphase sowie in der Frühlaktation erfolgte keine differenzierte Fütterung. Die gewonnenen Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über das mögliche Potenzial einer reduzierten Proteinversorgung zur Minderung von Ammoniakemissionen und tragen damit wesentlich zu einem nachhaltigeren und ressourceneffizienteren Umgang mit Nährstoffen bei. 

Ergebnisse von InnoRind 

Ebenfalls abgeschlossen wurde die Datenauswertung des Kälberversuchs im Rahmen des Projekts „InnoRind“, das innovative Haltungsverfahren für Kälber untersuchte. Ziel war es, die Wirkung von vier unterschiedlichen Haltungsmethoden in zwei Systemen auf Gesundheit, Wachstum und Stress von insgesamt 250 Kälbern zu vergleichen. Im ersten System wurden die Kälber entweder einzeln oder ab dem dritten Lebenstag im sogenannten Pairing gehalten. Die Haltung in Einzel- und Kleingruppeniglus wurde im zweiten System untersucht. Die Ergebnisse zeigen wichtige Hinweise zur Optimierung der Kälberaufzucht. 

Mobgrazing geht weiter

Im ökologischen Bereich lag der Schwerpunkt auf der alternativen Weidestrategie „Mob Grazing“, die seit 2021 auf Haus Riswick erforscht wird. Beim Mob Grazing weidet eine große Anzahl von Tieren über kurze Zeiträume auf kleinen Parzellen, bevor eine längere Ruhephase für die Weide folgt und die Kühe weiterziehen. Dieser Versuch bietet großes Potenzial, um insbesondere im Hinblick auf klimatische Veränderungen Rückschlüsse auf Bodenfruchtbarkeit, Kohlenstoffbindung und Biodiversität zu ziehen sowie Flächen- und Tierleistungen zu evaluieren.

Die Forschungsarbeiten 2025 auf Haus Riswick liefern wichtige Ansätze für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft.


Wiebke Memmen, Versuchs- und Bildungszentrum Haus Riswick