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Ruhiger Getreidemarkt zum Erntestart

21.07.2026
Erntereifer Gerstenbestand

Die Hitze der vergangenen Wochen hat teilweise zu früher Abreife und Erntebeginn des Getreides geführt. Dabei gibt es regional Unterschiede aufgrund ungleicher Niederschlagsverteilung.

Wo der Boden noch ausreichend mit Wasser versorgt war, haben die hohen Temperaturen weniger zu Qualitätseinbußen geführt. Die Gerste zeigt meist zufriedenstellende Erntemengen und Qualitäten. Bei einem allgemein niedrigen Preisniveau von durchschnittlich knapp unter 300 € /t für Futtergerste sowie deutlichen Restmengen der letztjährigen Ernte in den Lagern sind Preissteigerungen nicht zu erwarten. Die Futtermischer sind meist noch gut versorgt, sodass Ware aus 2025 aktuell kaum eine Rolle auf dem Markt spielt. 

Abwartendes Kaufverhalten

Bei Getreidearten mit einem späteren Erntezeitpunkt lässt sich aufgrund der Hitze während der Kornfüllungsphase noch keine Prognose für die Qualitäten und Erntemengen abgeben. Auch hier gibt es teilweise noch Überhänge aus dem letzten Jahr. Auf dem Markt gibt es wenig Impulse, Käufer und Verkäufer warten zunächst ab. Da Witterungseinflüsse die diesjährige Ernte stark beeinflussen können, sollten Erzeuger bei ausreichender Lagerkapazität mit der Vermarktung der letztjährigen Ernte noch warten, anstatt sie auf dem aktuell niedrigen Preisniveau anzubieten. Der Preis für Futterhafer ist mit 270 €/t relativ konstant. Weizen (327 €/t) und Triticale (307 €/t) sind deutlich abgerutscht. 

Beim Konsumgetreide erfreut sich Dinkel eines guten Absatzes und wird teilweise auch zu Bio-Preisen von 456 €/t für Rohware auch in den konventionellen Markt verkauft. Hafer und Roggen liegen mit 335 €/t trotz steigender Nachfrage deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Preise für Keks- und Qualitätsweizen haben im letzten Monat wieder etwas angezogen. Hier sind durch die mit der Hitzephase verbundenen Qualitätserwartungen der bevorstehenden Ernte weitere Preissteigerungen durchaus möglich. 

Große Nachfrage nach Biogetreide

Die positive Entwicklung auf dem Biomarkt ist in großem Umfang auf den steigenden Absatz von Getreideprodukten zurückzuführen. Die Nachfrage auf der Verbraucherseite ist weiterhin groß. Allerdings übt der Lebensmitteleinzelhandel einen großen Preisdruck aus. Hohe Transportkosten belasten den Markt zusätzlich.


Sarina Hertel, Landwirtschaftskammer NRW