Ackerbohnen
Ackerbohnen werden überwiegend in Reinsaat gedrillt. Im Gemenge bieten sich Hafer, Sommergerste und Sommerweizen als Partner an. Die Aussaat sollte auf einen ausreichend abgetrockneten und gut befahrbaren Boden erfolgen, da Ackerbohnen empfindlich auf Strukturschäden reagieren. Bei günstigen Bedingungen kann die Aussaat ab Anfang Februar bis Anfang April durchgeführt werden. Ackerbohnen vertragen Fröste bis -5 °C ohne Probleme. Die Aussaatmenge beträgt 35 bis 55 Körner/m². Wichtig ist eine tiefe Ablage von 6 bis 8 cm. Bei Gemengeanbau empfiehlt sich eine getrennte Überfahrt oder eine Kompromissablage von etwa 5 cm. Praktisch ist die Aussaat mit zwei Saatguttanks, dann kann in einer Überfahrt das Gemenge mit unterschiedlichen Saatgutablagetiefen ausgesät werden. In der Regel werden Ackerbohnen in normalen Reihenabstand gedrillt. Sollten Ackerbohnen gehackt werden, sind Reihenabstände von 25 cm und mehr notwendig.
Sortenempfehlungen:
- Tiffany: für sandige Standorte
- Hammer (ausverkauft!) plus Iron: vicin- und convicinarm, geeignet für Geflügelfütterung
- Protina plus Stella: ertragsstabil, aber nicht vicin- und convicinarm
- Futura: Probeanbau, ebenfalls vicin- und convicinarm
Erbsen
Erbsen werden in der Regel nicht vor Mitte März ausgesät. Die Erbse kann ihr Ertragspotenzial im Vergleich zur Ackerbohne auch auf leichten und humosen Standorten ausspielen. Auf zu leichten, sandigen Böden ohne Beregnungsmöglichkeit sollte sie eher nicht angebaut werden, da sie sehr empfindlich auf Trockenstress während der Blüte reagiert. Die Aussaatmenge beträgt 70 bis 80 Körner/m² , mit einer Ablagetiefe von 4 bis 6 cm. Im Gemengeanbau mit Hafer oder Sommergerste kann als Kompromiss eine Ablagetiefe von 4 cm gewählt werden. Im Gemenge sollte auf den Abreifezeitpunkt der einzelnen Arten geachtet werden.
Erbse und Sommergerste passen in der Regel gut zusammen. Beim Hafer sollte eine früh abreifende Sorte bevorzugt werden. Die Aussaatmengen richten sich nach dem gewünschten Verhältnis im Erntegut. Eine Reinsaatstärke der Erbse von 50 % sollte aber nicht unterschritten werden. Soll zum Beispiel eine Haferbeimengung als Stützfrucht und Beikrautunterdrückung dienen, wird die Reinsaatstärke des Erbsensaatgutes nicht verringert und in der Mischung nur rund 20 bis 30 kg/ha Hafer eingesetzt.
Sortenempfehlungen:
Iconic – Astronaute – Symbios – Batist – Orchestra (höhere Proteingehalte): ertragsstabile Sorten mit Frohwüchsigkeit und Standfestigkeit
Pflanzenbauliche Maßnahmen
Mit Grüngutkomposten können Fußkrankheiten in Erbsen eingeschränkt werden. Es stellte sich heraus, dass sich ein Gemengeanbau nicht auf den Befall mit Fußkrankheiten auswirkt. In Böden mit höheren Tongehalten ist das Auftreten von Fußkrankheiten deutlich geringer. Mit einer Kompostmenge von 5 t TM/ha und Jahr konnte eine krankheitsunterdrückende Wirkung erzielt werden. Die Kompostmenge wurde vor der Saat ausgebracht und mit einer Kreiselegge eingearbeitet. Mit steigender Aufwandsmenge konnte die Wirkung erhöht werden. Durch Reihenapplikation konnten Mengen von 15 t TM/ha ausgebracht werden, die einen dreifach stärkeren Effekt erzielten. Die Nährstoffversorgung von Ackerbohnen und Erbsen mit Phosphor für durchschnittlich hohe Erträge wird allgemein mit der Versorgungstufe B erreicht. Eine Ausnahme für Erbsen stellt der pflanzenverfügbare Phosphor im Boden dar, der den Erbsenertrag deutlich beeinflusst. Mit Boden-Phosphorgehalten in der Versorgungsstufe C werden im Schnitt höhere Erbsenerträge erzielt. Bei niedrigen Phosphorgehalten und pH-Werten kleiner 6,2 ist eine Düngung mit Rohphosphaten zu Erbsen sinnvoll.
Zur Düngung von Körnerleguminosen eignen sich organische Düngemittel mit einem weiten C/N-Verhältnis größer 15, wie Grüngutkompost, Pferdemist und Gehölzhäcksel. Eine direkte Wirkung dieser organischen Düngemittel auf den Kornertrag von Leguminosen konnte nicht festgestellt werden, aber eine verbesserte Nährstoffversorgung der Pflanze. Bei der Folgekultur Winterweizen konnte jedoch ein höherer Kornertrag nach der Düngung mit Grüngutkompost in den Ackerbohnen erzielt werden.
Eine gute Beikrautregulierung hat einen wesentlichen Einfluss auf den Ackerbohnen- und Erbsenertrag. Ein um 10 % höher liegender Deckungsgrad mit Beikräutern im Mai brachte im Durchschnitt einen um 4 dt/ ha geringeren Ertrag. Leguminosen profitieren von einer geringen N-Versorgung im Boden, ebenso wird damit auch das Wachstum der Beikräuter wesentlich verringert, wenn im Saathorizont die Nmin-Werte gering sind. Durch den Anbau von nicht-legumen Zwischenfrüchten vor den Körnerleguminosen können hohe Nmin-Werte im Boden nach dem Winter vermieden werden. Erbsen sind schwach unterdrückende Kulturen, umso wichtiger ist eine Aussaat, die für gleichmäßige und dichte Bestände sorgt. Mit einem Gemengeanbau kann der Beikrautdruck in den Erbsen deutlich reduziert werden. Die Vorfruchtwirkung der Erbse kann nach der Erbsenernte durch den Anbau einer leguminosen Zwischenfrucht verstärkt werden.
Franz-Theo Lintzen,
Landwirtschaftskammer NRW