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Trends und Zahlen aus der Fleischrinderhaltung

05.02.2026
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Einmal im Jahr ist das Fleischrinderherdbuch Bonn mit einer Veranstaltungsreihe unterwegs durch sein Wirkungsgebiet, um die Mitgliedsbetriebe über aktuelle Entwicklungen zu informieren. 

An Zahlen aus der Branche und wichtigen Fakten zum aktuellen Tierseuchengeschehen ließ es Geschäftsführer Maximilian Schäfer dabei am 27. Januar in Meschede nicht mangeln.

Mehr Mutterkühe

Die Mutterkuhzahlen in NRW sind stabil, 2025 sogar leicht wachsend mit + 4 %. Insgesamt rund 67 000 Mutterkühe stehen in gut 7 000 Haltungsbetrieben. Auch in der bundesweiten Betrachtung sind die Zahlen konstant. Allerdings stagnieren die Tierzahlen europa- und weltweit oder sind tendenziell sogar rückläufig, eine wesentliche Erklärung für das hohe Preisniveau beim Rindfleisch“, so Schäfer. Im FHB-Gebiet liegt bezüglich der Zahl der Herdbuchkühe die Rasse Limousin mit knapp 1 800 Kühen in 116 Zuchtbetrieben vor den Glanrindern mit gut 1 100 Kühen in 137 Haltungen. Die Plätze 3 und 4 gehen an Charolais und Angus. Das FHB betreut derzeit 39 Rassen, die 40. ist in Aussicht.

Enorme Preissteigerungen bei Kühen und Bullen

Trotz der durch die BTV-3 Erkrankungen reduzierten Tierzahlen konnte das FHB in 2025 mit gut 4 300 Absetzern 200 Tiere mehr über die Auktionen verkaufen als 2024. Der Durchschnittspreis für die rund 2 700 männlichen Tiere betrug 5,77 € pro kg, für die 1 600 weiblichen 4,20 €. Die Preissteigerungen innerhalb des Jahres 2025 waren enorm, weibliche Tiere kosteten zum Jahresende 2025 so viel wie die männlichen Ende 2024.

Vorsicht vor den Seuchen

Umfangreich berichtete der FHB-Geschäftsführer über das aktuelle Tierseuchengeschehen in Europa und mahnte zu Achtsamkeit und der Einhaltung wichtiger Biosicherheitsstandards. Im aktuellen BTV-Geschehen zeigt sich BTV-3 weiterhin existent, auch mit Gesundheitsschäden in den Betrieben. Die wenigen BTV-8 Fälle sind aktuell eher mit Blick auf Vermarktungsbeschränkungen bei den Auktionstieren problematisch, eine Prognose zur weiteren Ausbreitung ist schwierig. Ebenso kompliziert gestalten sich Empfehlungen zur Impfung. Während viele Experten zu einer parallelen Impfung mit BTV-3 und -8 raten, ist der Impfstoff für BTV-8 allerdings gerade knapp. 

BTV-3 und EHD zum Verwechseln ähnlich

Eine nicht unkritische Verwechselungsgefahr bei den klinischen Symptomen sah Schäfer im Hinblick auf die schweren Krankheitsbilder von BTV-3 und EHD, der Epizootischen Hämorrhagie! Letztere ist in den westlichen Nachbarstaaten ebenso wie LSD anzutreffen. Die Eindämmungs- und Sanierungsmaßnahmen bei diesen Krankheiten sind zum Teil drastisch, bei LSD etwa erfolgt eine Keulung aller Rinder im Umkreis von 3 km um einen Krankheitsfall. Wachsamkeit und Tierseuchenprophylaxe sind daher oberstes Gebot.

Maximilian Schäfer schloss mit einem beeindruckenden Bericht über die Fleischrinderhaltung in den Vereinigten Staaten, wo er Ende 2025 im Rahmen der Welt-Hereford-Konferenz unter anderem in Montana und weiteren Bundesstaaten zu Gast sein durfte - ein Grund dafür, dass die Runde der Infoveranstaltungen nicht wie üblich im November, sondern nun im Januar erfolgte.


Jörn Bender, Bioland Fachberatung-Fleischrinder