Seit Anfang Oktober wurden im Südwesten Baden-Württembergs, im Saarland und auch im Südosten Bayerns Fälle von Blauzungenkrankheit Serotyp 8 gemeldet.
Es wird von hohem Fieber und Schleimhauterosionen berichtet. Um die Ausbrüche wurden Restriktionszonen eingerichtet, welche Baden-Württemberg als gesamtes Bundesland, das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie die Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern betreffen.
In Frankreich zirkuliert BTV-8 kontinuierlich seit 2015, seit 2023 mit stärker krankmachender Wirkung und erhöhter Sterblichkeitsrate. Auch aus Österreich werden über 1 000 Fälle mit zum Teil schweren Verläufen und Todesfälle bei Rindern und Schafen gemeldet. In der Schweiz wurden im zweiten Halbjahr 2025 224 Ausbrüche mit BTV-8 festgestellt.
Kein ausreichender Schutz
Aktuell sind die meisten Rinder und Schafe in NRW nicht gegen BTV-8 geschützt. Die Gefahr eines flächendeckenden Seuchengeschehens, ähnlich wie bei BTV-3 im Jahr 2024, kann im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen werden. Um Todesfälle und Erkrankungen zu vermeiden, empfiehlt die StiKo Vet, mindestens in den BTV-8-Restriktionszonen Rinder und Schafe gegen BTV-8 zu impfen.
Die Impfung gegen BTV-3 muss im kommenden Jahr fortgeführt werden. Das Virus ist noch flächendeckend vorhanden und der Infektionsdruck bleibt in der nächsten Saison weiter hoch.
Dr. Mark Holsteg, Tiergesundheitsdienst NRW