Die Landwirtschaftskammer NRW eröffnet jungen Menschen zahlreiche Wege ins Berufsleben. Ob Ausbildung oder duales Studium, ob Büroarbeit oder praktisch im Labor und Versuchszentrum: die Möglichkeiten sind vielfältig. Steffen Grimberg, Ausbildungsleiter bei der Landwirtschaftskammer NRW, erläutert im Interview die Ausbildung und das Bewerbungsverfahren näher.
Herr Grimberg, in welchen Bereichen bildet die Landwirtschaftskammer NRW aus?
Wir suchen Azubis und Studierende für unterschiedliche Wege. Wer sich für rechtliche und wirtschaftliche Inhalte interessiert, kann bei uns den Beruf Verwaltungsfachangestellter lernen. Schulabgänger, die Spaß am Fach Chemie haben, können sich als Chemielaborant bewerben. Diese Ausbildung findet bei der LUFA in Münster statt. Im spezialisierten Labor für Agrar- und Umweltanalytik lernen die Auszubildenden unter anderem die Grundlagen zur Analyse chemischer Stoffe kennen. Sie planen Versuchsabläufe, führen Untersuchungen durch, dokumentieren diese und werten die Ergebnisse aus. Diejenigen, die etwas Praktisches machen wollen und gerne in der Natur, mit Tieren und Pflanzen arbeiten möchten, können bei der Landwirtschaftskammer die Berufe Tierwirt – Fachrichtung Imkerei – und Pflanzentechnologe lernen. Für unsere Versuchs- und Bildungszentren Haus Düsse und Haus Riswick suchen wir immer Azubis zum Landwirt. Hier liegt der Reiz, nicht nur landwirtschaftliche Betriebsabläufe kennenzulernen, sondern auch im Versuchswesen mitzuwirken und beispielsweise Fütterungsversuche zu begleiten. In unseren Versuchszentren Gartenbau suchen wir regelmäßig Auszubildende zum Gärtner. Auch ein duales Studium zum Bachelor of Laws können Studierende bei der Landwirtschafskammer absolvieren.
Warum sollten sich junge Menschen bewerben?
In allen Bereichen hat die Landwirtschaftskammer gute Ausbilder und ein tolles Arbeitsklima. Unsere Studierenden und Auszubildenden werden ernst genommen und sind Teil des Teams. Wir unterstützen sie, wo es nur möglich ist und organisieren zum Beispiel bei Bedarf kurzfristig Nachhilfe. Die Rahmenbedingungen passen auch: Das Gehalt liegt in jedem Ausbildungsjahr über 1 300 € brutto, bei den dualen Studierenden sogar bei über 1 500 €. Unseren Studierenden und Auszubildenden stehen 30 Urlaubstage im Jahr zu und in den meisten Bereichen haben wir flexible Arbeitszeiten.
Den Beruf des Tierwirtes in der Fachrichtung Imkerei hört man selten. Was kann man sich unter der Ausbildung vorstellen?
Das stimmt. Es ist ein besonderer Beruf. Die praktische Ausbildung erfolgt bei uns in der Bienenkunde im Fachbereich Tierhaltung in Münster. Auf dem Lehrplan stehen Bearbeitung und Beurteilung von Bienenvölkern, Honigernte und marktgerechte Fertigstellung des Produktes sowie das Anfertigen und Instandhalten von Betriebsmitteln. Eine Besonderheit ist der theoretische Ausbildungsteil. Diesen absolvieren die Azubis blockweise am LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle in Niedersachsen. Hier lernen sie viel über die Haltung von Bienenvölkern, aber auch die Wirtschafs- und Sozialkunde kommt nicht zu kurz.
Das duale Studium Bachelor of Laws ist im Beamtenverhältnis. Wie läuft das ab?
Richtig, hierbei sind die Studierenden von Anfang an auf Widerruf verbeamtet. Man nennt es auch den Vorbereitungsdienst. Nach Abschluss des dreijährigen Studiums in Münster sind die Studierenden Beamte auf Probe, später können sie dann auf Lebenszeit verbeamtet werden. Blockweise verbringen sie jeweils ungefähr die Hälfte der Zeit bei der Landwirtschaftskammer und an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung. Der Schwerpunkt im Studium liegt auf rechtlichen Modulen. Darunter fällt zum Beispiel Allgemeines Verwaltungsrecht, Zivilrecht, Staatsrecht, Europarecht, Baurecht und Personalrecht. Aber auch wirtschaftliche Module kommen nicht zu kurz. Typische Einsatzmöglichkeiten sind zum Beispiel im Personalwesen, der Organisation, im Bereich der Finanzen oder Förderung.
Was sollten die Bewerber mitbringen?
Wir suchen generell teamfähige, engagierte, motivierte und zuverlässige Studierende und Auszubildende. Die Voraussetzungen sind natürlich von Beruf zu Beruf unterschiedlich. Die dualen Studierenden sollten vor allem Interesse an organisatorischen und rechtlichen Arbeiten im Büro haben. Voraussetzung für das duale Studium ist die allgemeine Hochschulreife oder die volle Fachhochschulreife. Auch die Verwaltungsfachangestellten sollten gerne im Büro arbeiten. Die Chemielaboranten müssen Spaß an der Arbeit im Labor mitbringen. Um herauszufinden, welcher Beruf passt, bieten wir grundsätzlich Praktika an. Beispielsweise bieten wir im Verwaltungsbereich Tagespraktika an, die kurzfristig möglich sind. Hier betreuen unsere eigenen dualen Studierenden und Auszubildenden die Praktikanten.
Das Interview führte Saskia Schmitz, Landwirtschaftskammer NRW