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BioWochen NRW: Aktionstage mit Bio-Ölen und Cocktailtomaten

17.09.2026

Am Wochenende sind die BioWochen NRW zu Ende gegangen. Im Bocholter Biomarkt der Familie Koplin gab es dazu eine Tomatenverkostung - mit passendem Öl und Infos zum Ökolandbau. 

Bocholter Biomarkt Verkostung
Doris Masur möchte die Kunden im Biomarkt von der Vielfalt der Biotomaten überzeugen - nach dem Motto: Regionaler geht nicht!

Wer am Donnerstag der vergangenen Woche auf Einkaufstour in den Bocholter Biomarkt kam, der stieß in der Gemüse-Ecke ganz zwangsläufig auf eine an diesem Tag besonders einladend hergerichtete Theke: Dort hatte Doris Masur, Verkostungsexpertin des Biogroßhandels Weiling, verschiedene Sorten Cherrytomaten  so drapiert, dass eigentlich niemand daran vorbeigehen konnte, ohne deren Farbpracht und Formvielfalt zu erliegen. Dass die kleinen Biotomaten, die aus eigenem Demeter-Anbau stammten, auch geschmacklich überzeugten, war Sinn und Zweck dieser Verkostungsaktion, die im Rahmen der BioWochen NRW beworben worden war.

Wertschöpfung in der Region halten

„Wir sind mit unseren beiden Biomärkten, dem hier in Bocholt und einem weiteren in Wesel, Partner von Weiling. Die hatten uns vorgeschlagen, eine solche Probieraktion zu starten. Und wir haben uns über den Vorschlag und die Unterstützung gefreut!“, meint Eva Kirschbaum, Geschäftsführerin der beiden Biomärkte, die regelmäßig kleinere und größere kulinarische Events übers Jahr in ihren Märkten anbietet. „Wir machen Weinproben, auf denen Weinexperten den Gästen den Bioweinbau erklären. Oder kleinere Verkostungen in unmittelbarer Nähe zu der Theke, in der das Produkt zu finden ist und bei denen die Kundinnen und Kunden probieren und in den Austausch gehen können. Die Aktion in Bocholt und im Weseler Biomarkt stand aber ganz gezielt im Eventkalender der BioWochen NRW“, erklärt Kirschbaum, die sich in gleich zwei nordrhein-westfälischen Öko-Modellregionen (ÖMR) engagiert: Mit dem Bocholter Biomarkt liegen sie in der ÖMR Münsterland, mit dem Laden in Wesel in der ÖMR Niederrhein. „So sind wir bestens vernetzt!“, lacht sie.

Laden und Landwirtschaft aus einem Guss

Gärtnerei Lankerskate
Seit mehr als 25 Jahren bewirtschaftet Josef Koplin den Gärtnerhof Lankerskate biodynamisch. „Die Sandböden sind heute deutlich nährstoff- und humusreicher als damals“, betont er. Tochter Eva Kirschbaum leitet die beiden Biomärkte. 

Den Kerngedanken der Öko-Modellregionen, nämlich die bio-regionalen Wertschöpfungsketten zu stärken, setzt Eva Kirschbaum täglich in die Tat um: So steht hinter der Vermarktung eines Großteils des Frischgemüses der familieneigene Biobetrieb. „1998 hat mein Vater den Gärtnerhof Lankerskate, den meine Eltern Mitte der 1980er-Jahre gekauft haben, Schritt für Schritt aufgebaut und von Tag eins an als Biobetrieb bewirtschaftet.“ 

Das Besondere dabei: Josef Koplin hatte damals den Bioladen in Bocholt und die Biolandwirtschaft in Hamminkeln zeitgleich gegründet. Seit mehr als 25 Jahren erzeugt der Gärtnerhof Lankerskate in Hamminkeln-Mehrhoog Gemüse unter den gestrengen Vorgaben des Demeter-Verbandes, heute auf 3,5 ha Freiland und 2 000 m² unter Glas und Folie. Der Anbau ist auf Vielfalt ausgelegt, über 40 verschiedene Gemüsesorten und Kräuter wachsen dort. Dazu kommen gut 440 Legehennen und einige Bienenvölker, die das hofeigene Angebot in den Läden abrunden.

„Wir haben von Beginn an nach dem Motto gearbeitet: Gemüse frisch vom Feld in den Laden beziehungsweise direkt auf den Teller“, meint Eva Kirschbaum. So wird das verkaufsfertige Gemüse, wie Salate, Gurken, Paprika, Staudensellerie, Feldsalat, Rote und Gelbe Bete, Fenchel, Kürbisse und natürlich die Cherry- über diverse Strauch- und Roma-Tomaten bis zu historischen Sorten, wie Ochsen- und Sonnenherz, entweder in den beiden Biomärkten und den eigenen Lieferservice, das „Biomobil“, angeboten, oder aber über Biogroßhändler, wie Bio Rhein-Maas, sowie über die Biokisten des Schniedershofs in Wachtendonk vermarktet. „Gemüse, das wir nicht verkaufen können, verarbeiten wir in unseren ladeneigenen Bistros in Aufläufen und Quiches“, ergänzt die Biomarkt-Chefin.

Bocholter Biomarkt Öl-Verkostung
Zu den Tomaten gibt es Rapsöl von La Vida Verde, einer Ölmühle aus Düsseldorf, die unter anderem Raps vom Biohof Frohnenbruch in Kamp-Lintfort verarbeitet.

Viele weitere kleinere Biobetriebe vom Niederrhein, wie die Ölmühle La Vida Verde in Düsseldorf, der Steinhof in Rees oder der Biohof Groß-Bölting mit seine Dingdener Heidemilch, vermarkten ihre Produkte über die beiden Biomärkte. „Wenn die Qualität stimmt, unterstützen wir uns alle gegenseitig und können uns mit dem Angebot von 100 % Bio-Regionalität von der Konkurrenz abheben. Regionaler geht nicht!“ Damit überzeugen Eva Kirschbaum und Doris Masur auch bei der Verkostungsaktion ihre Kundinnen und Kunden.


Meike Siebel, Landwirtschaftskammer NRW