Ein Blick über den Tellerrand: Bioschweinehaltung in Dänemark
Ein Blick nach Dänemark zeigt die Bedeutung der ökologischen Schweinehaltung im europäischen Kontext.
Besonders der Aktionstag „Sofari“, eine Mischung aus „Sau“ und „Safari“, macht die Bioschweinehaltung für Besucher erlebbar. An diesem Tag öffnen Betriebe ihre Ställe. Die Initiative entstand in einer Phase schwacher Lebensmitteleinzelhandels-Umsätze, um Verständnis und Nachfrage zu fördern.
Nach schwierigen Jahren zeigt sich inzwischen eine spürbare Erholung im dänischen Ökomarkt. Der Handel meldet wieder steigende Verkaufszahlen bei Bioprodukten, wovon auch die Schweinehaltung profitiert. Gleichzeitig bleibt das Angebot an Biofleisch europaweit begrenzt.
10 % Ökoschweine
Wie im konventionellen Bereich ist auch die Bioschweineproduktion stark exportorientiert. Rund 10 % der dänischen Schweine stammen aus ökologischer Haltung. Im Inland entwickelt sich der Markt zwar stabil, doch hohe Preisunterschiede bremsen die Konsumbereitschaft. Zudem kommt ein Teil der Wertschöpfung nicht bei den Erzeugern an, was die Wirtschaftlichkeit trotz guter Vermarktung anfällig macht.
Die Branche setzt daher auf Stabilisierung. Langfristiges Wachstum wird vor allem über bessere Verbraucherinformation und höhere Zahlungsbereitschaft erwartet. Politische und geopolitische Rahmenbedingungen können den Export zusätzlich beeinflussen.
Insgesamt zeigt sich der dänische Markt für Bioschweinefleisch derzeit relativ ausgeglichen. Einer stabilen Nachfrage steht ein begrenztes Angebot gegenüber. Dennoch bleiben sowohl die Kosten- als auch die Absatzsituation herausfordernd. Für Deutschland entsteht daraus ein Wettbewerbsdruck, da der heimische Biomarkt bislang keinen klaren Fokus auf „5xD“ legt und dänische Ware somit direkt mit deutscher Ware konkurriert.
Übersicht: Ökologische Schweinehaltung in Dänemark
Claudia Achten,
Landwirtschaftskammer NRW
Milch: Aufzahlungspreise uneinheitlich
Auch im April zeigten sich die Preise am Markt für ökologisch erzeugte Milch uneinheitlich, aber insgesamt stabil. Zwei der in NRW relevanten Molkereien reduzierte ihren Auszahlungspreis um 1 und um 2 Cent/kg. Eine Molkerei erhöhte im April erneut trotz weiter vergleichsweise hoher Anlieferungsmengen ihren Auszahlungspreis um 1 Cent/kg. Die anderen beiden Molkereien zahlten unveränderte Auszahlungspreise aus. Die Differenz zu konventionell erzeugter Milch bleibt damit stabil, da am konventionellen Markt im April eine leichte Erholung der Preise stattgefunden hat.
Bio-Milchpreisvergleich April 2026
Rinder: Preise abgeschwächt
Am Bio-Rindfleischmarkt machen sich die Entwicklungen am konventionellen Markt bemerkbar. Die Preisrücknahmen der vergangenen Wochen am konventionellen Markt dämpfen derzeit den Bio-Rindfleischmarkt und sorgten zuletzt für Preisrücknahmen. Nichtsdestotrotz befinden sich die Preise weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Preisrücknahmen am konventionellen Markt fielen tendenziell höher aus, sodass sich der Preisabstand zwischen konventionell erzeugtem Rindfleisch und ökologisch erzeugtem Rindfleisch wieder erhöht hat.
Eier und Biogeflügel: Knappes Angebot weiterhin marktbestimmend
Bio-Eier bleiben weiterhin ein knappes Gut am Markt. Die Nachfrage bewegt sich auf hohem Niveau, wobei die wirtschaftlich angespannte Lage und eine zunehmende Konsumzurückhaltung das Kaufverhalten zukünftig wieder mehr beeinflussen könnten. Wenn Haushalte aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten seltener verreisen und stärker zu Hause konsumieren, könnte dies die Nachfrage nach Eiern zusätzlich stützen.
Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie stark mögliche Sparmaßnahmen der Verbraucher den Absatz von Bio-Eiern beeinflussen werden. Trotz des begrenzten Angebots wächst der Markt für Bio-Eier in Deutschland weiter. Sowohl Produktion als auch Nachfrage entwickeln sich positiv, begleitet von deutlichen Preissteigerungen in den vergangenen Jahren. Zusätzlich führten Ausbrüche der Aviären Influenza sowie der Newcastle-Krankheit zu eingeschränkten Verfügbarkeiten im gesamten Eiermarkt.
Der Markt für Biogeflügelfleisch bleibt dagegen vergleichsweise überschaubar und derzeit weitgehend ausgeglichen. Herausforderungen bestehen aktuell insbesondere bei der Versorgung mit Gösseln. Aufgrund AI-bedingter Ausfälle ist das Angebot deutlich zurückgegangen. Dadurch dürften Martins- und Weihnachtsgänse in diesem Jahr noch knapper verfügbar sein als ohnehin bereits in den vergangenen Jahren. In welchem Umfang daraus Preissteigerungen resultieren und wie weit diese am Markt durchsetzbar sind, bleibt jedoch abzuwarten.
Kartoffeln: Alterntige Biokartoffeln stehen weiterhin im Fokus
Am Biokartoffelmarkt ergeben sich wenige Änderungen. Die Nachfrage nach Biokartoffeln bleibt stetig. Der Absatz reicht aber für einen deutlichen Abbau der Lagerbestände nicht aus. Das Angebot an alterntigen Biokartoffeln bleibt ausreichend. Entsprechend liegt der Fokus in der Vermarktung – trotz zunehmender Qualitätsthematik - nach wie vor auf deutschen Biokartoffeln aus dem Lager.
Importe von Biofrühkartoffeln spielen weiterhin eine eher untergeordnete Rolle. Wie im konventionellen Anbau, bleibt auch für die Biokartoffeln festzuhalten, dass die Handelsketten in dieser Saison lange an hiesiger Lagerware festhalten und später als üblich auf Biofrühkartoffelimporte umstellen werden. Auch erste deutsche Biofrühkartoffeln werden bereits über den Ab-Hof-Verkauf oder Wochenmärkte vermarktet. Die Erzeugerpreise für alterntige Biokartoffeln verharren seit Mitte Oktober 2025 unverändert auf einem Niveau von 37 bis 40 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb). Preisänderungen werden bis zum Saisonende nicht mehr erwartet.
Getreide: Ruhiger Marktverlauf
Der Handel mit Biogetreide verlief zuletzt überwiegend ruhig. Teilweise werden noch Restmengen der alten Ernte gehandelt, aber der überwiegende Teil ist vermarktet und viele Abnehmer sind bis zur neuen Ernte versorgt. Die Preise für Brotgetreide haben leicht zugelegt, die Preise für Futtergetreide hingegen etwas nachgelassen. Einzelne Betriebe halten noch die eine oder andere qualitativ hochwertige Partie als Reserve für die neue Ernte zurück.
Die Bestände der neuen Ernte entwickeln sich unterdessen gut und es sind auch auf schwächeren Standorten ausreichend Niederschläge gefallen.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement