Stabile Erzeugerpreise am Biokartoffelmarkt
Die Vermarktung der Biokartoffeln erzielte in den letzten Jahren gute Erlöse.
Während im konventionellen Anbau ein starkes Wachstum erfolgte, war auch im Bio-Anbau durch die Verlängerung des Vermarktungszeitraums ein stetiges Wachstum zu beobachten. In NRW gab es eine Flächenausdehnung von 22 % im Anbaujahr 2025 gegenüber dem Vorjahr. Im Bio-Anbau stellt die Krautfäule-Anfälligkeit immer ein Ertragsrisiko dar.
Erzeugerpreise für Biokartoffeln in Deutschland
Neben den Anbaubedingungen ist die Entwicklung der Biokartoffelnachfrage der privaten Haushalte im Blick zu halten. Hier zeigt sich in den letzten sechs Jahren bei der Speiseware ein deutlicher Rückgang. Alle diese Bedingungen führen im aktuellen Vermarktungszeitraum zu Erlösen unter dem ein wirtschaftlicher Biokartoffelanbau nicht möglich ist. Trotz verstärkter Werbung des Handels mit erhöhten Verkaufsmengen über den Jahreswechsel, konnten die Erzeugerpreise davon nicht profitieren. Die Erzeugerpreise bewegen sich seit der Ernte bis heute konstant auf einem Niveau von 38,00 €/dt. Zunehmend steigen mit längerer Lagerung die Qualitätsprobleme im Lager mit Keimung, Silberschorf und Druckstellen. Kommen noch Qualitätsmängel mit Drycore und Drahtwurm hinzu, wird die Vermarktung schwierig.
Die heimische Lagerware reicht, wenn keine größeren Lagermängel auftreten, bis kurz zum Start der neuen Kartoffelsaison. Es bleibt zu hoffen, dass keine größeren Mengen Frühkartoffeln aus Drittländern auf den deutschen Markt vor Ende der Lagersaison angeboten werden und für einen zusätzlichen Preisdruck sorgen.
Für den kommenden Anbau ist zu bedenken, dass bei einer bundesweit durchschnittlichen Erntemenge das Biokartoffelangebot den Bedarf übersteigt. Daher ist eine Mengenanpassung für eine Erzeugerpreisstabilisierung unausweichlich.
Franz-Theo Lintzen,
Landwirtschaftskammer NRW
Milch: Aufzahlungspreise uneinheitlich
Am Markt für ökologisch erzeugte Milch hielten sich die Preise im März größtenteils stabil. Zwei der in NRW relevanten Molkereien reduzierte ihren Auszahlungspreis um knapp 1 und knapp 2 Cent/kg. Eine Molkerei erhöhte im März erneut trotz vergleichsweise hoher Anlieferungsmengen ihren Auszahlungspreis um 0,50 Cent/kg. Die anderen beiden Molkereien zahlten unveränderte Auszahlungspreise aus. Die Differenz zu konventionell erzeugter Milch hat sich damit weiter leicht erhöht.
Bio-Milchpreisvergleich März 2026
Rinder: Stabile Preise
Am Biorindfleischmarkt haben sich die Preise weiter stabilisiert. Insgesamt stehen sich Angebot und Nachfrage ausgeglichen gegenüber. Das Kaufinteresse der Verbraucher nach Biorindfleisch lässt mit steigenden Temperaturen nach. Gleichzeitig ist das Angebot aber knapper. Aufgrund der Preiskorrekturen am konventionellen Markt haben sich die Preise für Biojungbullen und Biofärsen leicht rückläufig entwickelt. Größere Preiskorrekturen sind aber nicht zu erwarten.
Schweine: Bioschweinemarkt unter anhaltendem Angebotsdruck
Der deutsche Bioschweinemarkt ist weiterhin von Mengendruck gekennzeichnet, der auf gestiegene Angebotsmengen aus dem Inland und dem europäischen Ausland trifft, während die Nachfrage zugleich leicht nachgibt. Die deutsche Verbandsware orientiert sich am „5‑x‑D“-Konzept. Demgegenüber unterliegt sowohl Ware aus dem europäischen Ausland als auch inländische EU-biozertifizierte Ware nicht diesen Vorgaben. Besonders EU-biozertifizierte Produkte aus den Nachbarländern werden häufig kostengünstiger erzeugt und verstärken den Wettbewerbsdruck auf heimische Verbandsware. Während Betriebe mit festen Lieferbeziehungen weitgehend stabil aufgestellt sind, agiert der Lebensmitteleinzelhandel in Bereichen, in denen kein Verbandsstandard vorgeschrieben ist, zunehmend preisorientiert und entscheidet sich bevorzugt für die günstigsten Angebote.
Eier: Knappes Angebot
Bio-Eier sind und bleiben knapp. Die Nachfrage ist rege, gerade in der Osterzeit waren Eier ein noch beliebteres Produkt im Warenkorb vieler Konsumenten. Der Bio-Eiermarkt in Deutschland wächst zudem trotz des knappen Angebots. Produktion und Nachfrage steigen, Preise zogen in der Vergangenheit deutlich an. Die Vogelgrippe und Newcastle-Ausbrüche sorgten für begrenzte Verfügbarkeiten im gesamten Markt.
Getreide: Uneinheitliche Entwicklungen
Die Preise für Biofuttergetreide haben sich in den vergangenen Wochen überwiegend stabil gehalten. Beim Brot- und Qualitätsgetreide können die gebotenen Erzeugerpreise stellenweise jedoch etwas gesunken sein. Allerdings ist der Großteil der alten Ernte mittlerweile durchgehandelt und die Getreidemühlen vielerorts gut versorgt, sodass die dahinterstehende Menge überschaubar sein dürfte. Gleichwohl kann man sich derzeit mit Blick auf die neue Ernte noch vergleichsweise günstig mit guten Getreidequalitäten eindecken und auch der eine oder andere landwirtschaftliche Betrieb hält möglicherweise einen Teil der guten Qualität zurück, um sich bei der neuen Ernte qualitativ abzusichern.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement