Stabile Auszahlungspreise am Bio-Milchmarkt
Anders als am konventionellen Markt entwickelten sich die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch in den vergangenen Monaten nur leicht rückläufig.
Die Preise für Biomilch befinden sich dennoch leicht oberhalb des Vorjahresniveaus, während sich die Preise für konventionell erzeugte Milch derzeit etwa 15 Cent/kg unterhalb des Vorjahresniveaus befinden.
Laut Analyse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) lagen die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch im April 2026 in NRW bei durchschnittlich 62,3 Cent/kg Milch. Damit kam es zu einem minimalen Preisrückgang von 0,1 Cent/kg Milch im Vergleich zum Vormonat März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen die Erzeugerpreise in NRW etwa auf dem Vorjahresniveau von 61,9 Cent/kg. Bundesweit konnte ein durchschnittlicher Erzeugerpreis von 64,6 Cent/kg Milch erzielt werden, der damit weiter oberhalb des NRW-Durchschnitts liegt.
Die durchschnittlichen Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch lagen laut AMI in NRW im April bei 37,8 Cent/kg Milch und damit etwa 25 Cent unterhalb der Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch. Die Differenz zur biologisch erzeugten Milch hat sich dadurch im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich erhöht. Diese betrug im Vorjahr zur Hochpreisphase weniger als 10 Cent/kg.
Preisdrückend wirken sich am konventionellen Markt vor allem die deutlich erhöhten Anlieferungsmengen aus. Diese zeigen sich auch am Bio-Markt, fallen aber nicht ganz so ins Gewicht, wie am konventionellen Markt. Aktuell befinden wir uns kurz nach dem saisonalen Höhepunkt der Milchanlieferungsmengen, sodass in den kommenden Wochen mit einem rückläufigen Rohstoffangebot gerechnet werden kann. Nachfrageseitig haben die gestiegenen Energiepreise aufgrund des Konflikts im Persischen Golf kurzzeitig für leichte Nachfrageeinbrüche gesorgt, die sich inzwischen aber wieder normalisiert haben. Daher stehen sich Angebot und Nachfrage nun wieder weitestgehend ausgeglichen gegenüber, sodass sich die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch in den nächsten Monaten recht stabil entwickeln dürften.
Carina Lutz, Landwirtschaftskammer NRW
Rinder: Preise zuletzt unter Druck
Am Bio-Rindfleischmarkt haben sich die Entwicklungen am konventionellen Markt bemerkbar gemacht und die Preise gaben im Mai spürbar nach. Die Preisrücknahmen fielen aber insgesamt geringer aus als am konventionellen Markt. Nichtsdestotrotz befinden sich die Preise weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Nach den deutlichen Preisrücknahmen am konventionellen Markt zeigt sich der Markt mittlerweile stabil, sodass auch am Öko-Markt mit einem nachlassenden Preisdruck gerechnet werden kann.
Schweine: Preissenkungen auf dem Ökoschweinemarkt
Am Ökoschweinmarkt sind die Preise zuletzt, ähnlich wie im konventionellen Bereich, um etwa 20 bis 30 Cent je kg gesunken, ausgelöst vor allem durch Abschläge größerer Vermarkter, wobei höherpreisige Programme stärker nachgaben als niedrigere. Aktuell liegt die Spanne bei rund 4,30 € bis 4,60 € je kg SG. Gleichzeitig erfolgt die Vermarktung vertraglich gesicherter Mengen weiterhin stabil, während Zusatzmengen schwer absetzbar sind. Die Nachfrage bleibt konstant, teils ohne Wachstum, und punktuell wird Ware eingefroren, sodass sich die Lage eingetrübt hat.
Eier: Knappes Angebot
Die Situation am Bio-Eiermarkt präsentiert sich weiterhin stabil. Trotz seit Ostern rückläufiger Preise für konventionelle Eier besteht kein Überangebot. Seuchen- und strukturbedingte Kapazitätsengpässe begrenzen das verfügbare Angebot, während die Nachfrage unverändert auf einem hohen Niveau bleibt. Auch im Bio-Segment zeigt sich ein vergleichbares Bild: Das Angebot ist noch stärker eingeschränkt, und insbesondere freie Ware ist nur in sehr begrenztem Umfang verfügbar.
Getreide: Neue Ernte in den Startlöchern
Am Bio-Getreidemarkt bereitete man sich in den zurückliegenden Wochen auf die neue Ernte vor. Verkäufer mussten noch Restmengen auf den Markt bringen. Gute Qualitäten werden vereinzelt aber auch zurückgehalten. Käufer sind bis Ernte jedoch größtenteils mit Brot- und Futtergetreide versorgt. Die Erzeugerpreise für Bio-Getreide haben in den vergangenen Wochen entsprechend nachgelassen. Die Aussichten auf die neue Ernte sind durchwachsen. Im Nordwesten sind die Erwartungen gut, im Osten und Süden war es vielerorts aber zu trocken.
Kartoffeln: Umstellung auf die neue Ernte
Die Saison der letztjährigen Biokartoffeln ist abgesehen von Restmengen beendet. Bis zuletzt verharrten die Erzeugerpreise auf einem Niveau von 38-40 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb). Wie im konventionellen Anbau bleibt auch für die Biokartoffeln festzuhalten, dass die Handelsketten in dieser Saison lange an hiesiger Lagerware festhielten und später als üblich auf Biofrühkartoffelimporte umstellten.
Nach dem Auslaufen alterntiger Ware dominieren Frühkartoffelimporte aus der Mittelmeerregion das Angebot. Neben ägyptischen Herkünften (die bereits Anfang Juni weitestgehend vermarktet waren) finden sich aktuell verstärkt spanische Biofrühkartoffeln in den Regalen des Handels. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich aufgrund verzögerter Auspflanzungen in Spanien (infolge ergiebiger Niederschläge) abzeichnet, dass in diesem Jahr weniger spanische Frühkartoffeln in Deutschland eintreffen werden. Seit der vergangenen Woche finden sich zudem deutsche Biofrühkartoffeln aus der Pfalz im Lebensmitteleinzelhandel. Diese werden die Frühkartoffelimporte sukzessive ersetzen.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement