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LSV: Ertragreicher Winterweizen im Öko-Anbau

18.09.2026

Die Landessortenversuche mit Öko-Winterweizen haben im Jahr 2026 gute Erträge erbracht - trotz starker Trockenheit zur Kornfüllung. Aus den Ergebnissen der Sortenprüfung lassen sich Anbauempfehlungen ableiten.

Winterweizen Standort Bad Sassendorf
Standort Bad Sassendorf am 20. Mai: satt grün, wüchsig, etwas unruhig im Bestand präsentierten sich die Sorten sehr gut. 

Für den Winterweizen war die Saison anfänglich bis ins Frühjahr hinein recht gut mit regelmäßigen Niederschlägen und wüchsigem Wetter. Ab Mai drehte sich das Blatt und es wurde oft zu heiß und zu trocken - bis in den Juli hinein. Daher lagen die Erträge in 2026 eher unter dem Ertragsniveau des Traumjahres 2025. Alle drei Standorte in NRW lieferten jedoch 2026 gute durchschnittliche Erträge zwischen 51,6 bis 53,4 dt/ha im Versuchsmittel des jeweiligen Standortes. 

Auch die Qualitäten, also die Protein- und Klebergehalte sowie der Sedimentationswert, waren in NRW gut. Die Fallzahlen lagen insgesamt gut, waren bei einigen Sorten in Warstein und Lemgo etwas niedriger. Bei der Tausendkornmasse war ein leichter Abfall in 2026 am jeweiligen Standort zu verzeichnen. Zu kleine Körner, wie es in der Praxis vielfach beobachtet wurde, traten allerdings nicht auf. Dennoch fehlte offenbar am Ende die Kornfüllung aufgrund der Trockenheit. Gelbrost ist nicht mehr so das Thema in den Öko-Landessortenversuchen bei Winterweizen, Braunrost, Blattseptoria und DTR werden teilweise dagegen mehr beobachtet. Auf Ährenfusariosen sollte ebenso mehr geachtet werden.

Erträge der Standorte und Sorten

In NRW erzielte der Weizen am Standort Warstein-Belecke in 2026 im Mittel aller Sorten mit 51,3 dt/ha einen guten Weizenertrag, der damit allerdings mit 11,8 dt/ha unter dem vergangenen top Jahr ausfiel. Ähnlich verhielt es sich am neuen Standort in Lemgo: gute 51,6 dt/ha im Mittel der Sorten, allerdings 15,0 dt/ha weniger als im Vorjahr. Der Standort in Bad Sassendorf kam ebenso auf gute 53,4 dt/ha im Mittel aller Sorten und lag nur 4,8 dt/ha unter dem Ertrag des Vorjahres. 

Winterweizen Standort Lemgo
Schöne Sortenunterschiede in Lemgo später im Jahr. 

Auf den guten Ertragsstandorten in Hessen und Niedersachsen wurden ebenso mit 41,4 dt/ha in Alsfeld bis 55,7 dt/ha Weilburg im Mittel aller Sorten noch gute Weizenerträge geerntet, die aber mit -6,4 bis -27,5 dt/ha teilweise deutlich unter den Erträgen 2025 am jeweiligen Standort lagen. Im Mittel aller Standorte (49,7 dt/ha) war das Jahr 2026 damit deutlich schlechter als die Jahre davor, wo das dreijährige Mittel 54,7 dt/ha betrug. 

Bei den Sorten überzeugten in diesem Jahr hinsichtlich des Ertrages die E-Weizensorten Exsal (105 %), Criterio (102 %) sowie Emmerto (106 %) und alle A, B und C-Weizensorten zwischen 103 % (Informer) bis 117 % (Filius) - außer die Sorte Ed (98 %) im Mittel aller Standorte des Anbaugebietes „Lehmige Standorte West“.

Qualitäten der Sorten in NRW

Die Proteingehalte lagen in NRW 2026 im Mittel aller Sorten bei 10,7 % in Belecke, 11,5 % in Lemgo und 11,9 % in Bad Sassendorf. Es überzeugten 2026 im Mittel aller Standorte hinsichtlich des Proteingehaltes vor allem die E-Weizensorten Grannosos (12,4 %), Castado (12,5 %), Montalbano (12,2 %) und Cian (12,3 %). In NRW wurden gute Feuchtglutengehalte von 22,3 % (Belecke) und 22,5 % (Bad Sassendorf) erzielt, wobei nur die die E- und A-Weizen-Sorten gemessen wurden; in Lemgo wurden diese Werte gar nicht erhoben. Beste Werte hatten die Sorten Wendelin (24,2 %), Granossos (24,1 %), Castado (26,5 %) und Montalbano (24,4 %). Sedimentationswerte der E- und A-Weizensorten lagen im Mittel in NRW 2026 bei 34,2 ml in Lemgo, 37,6 ml in Belecke und 46,4 ml in Bad Sassendorf. Überragend waren hier die Sorten Cian (49,4 ml) und Granossos (48,5 ml). 

Die Tausendkorngewichte (TKG) erzielten im Mittel aller Sorten in Belecke 43,4 g, in Lemgo 46,7 g und in Bad Sassendorf 39,9 g und lagen damit um 2,2 g, 4,1g sowie 5,9 g unter dem Vorjahr. Höhere TKG hatten die Sorten Montalbano (47,2 g), LG Optimist (47,1 g) und Informer (48,9 g).

Mehrjährig geprüfte E-Weizen-Sorten

Winterweizen Sorte Wendelin
Immer noch gut und anbauwürdig ist Wendelin E mit sehr guten Qualitäten.

Wendelin E: Eine Sorte aus der Öko-WP bis 2018 ist Wendelin. Sie kommt im Mittel der Jahre und Standorte auf 91 % Relativertrag. 2026 war sie mit 95 % wieder besser. Die Proteingehalte sind mit 11,9 % sehr gut. Der Feuchtglutengehalt liegt mit 24,2 % auf sehr gutem Niveau. Damit sind Protein- und Feuchtglutengehalt ausgewogen. Auch der Sedimentationswert liegt mit 39,4 ml über dem Durchschnitt. Die Bodenbedeckung im zeitigen Frühjahr sowie die Massebildung im Schossen sind mittelgut. Im Bestand sieht Wendelin in der Regel sehr schön aus: mitteldicht bis dicht, gleichmäßig, teilweise lückiger mit geringem bis mittleren Unkrautbesatz, länger im Bestand, lange grün, also blattgesund und mit planophiler Blattstellung. Die gesamt Unkrautunterdrückung ist sehr gut. Auch Wendelin kann etwas Gelbrost und späten Braunrost aufweisen. In 2026 war sie bis auf etwas (Note 3) Blattseptoria, nichtparasitäre Blattflecken und Braunrost gesund. Bundesweit macht sie einen guten Eindruck und ist eine der Verrechnungssorten. Diese Sorte ist in der Abbauempfehlung.

Castado E: Ein weiterer neuerer Winterweizen aus 2021 ist Castado, ebenso aus ökologischer Züchtung, allerdings unbegrannt. Im Mittel von drei Jahren kommt diese Sorte auf 88 % Relativertrag. Der Proteingehalt liegt bei guten 12,5 %. Die Feuchtglutengehaltswerte erbringen überragende 26,5 %, der Sedimentationswert liegt bei sehr guten 46,4 %. Damit ist Castado ganz vorn bei den Qualitätswerten und zudem hoch effizient in der Proteinverwertung. Die Bodenbedeckung im zeitigen Frühjahr wie auch die Massebildung im Schossen sind sehr hoch, daher kann Unkraut gut unterdrückt werden. Demgemäß erscheint Castado im Bestand schön mittellang bis lang im Pflanzenwachstum, dicht mit etwas Unkrautaufkommen, dabei gleichmäßig und recht blattgesund. Etwas Gelbrost (Note 3) sowie Blattseptoria (Note 4) traten 2026 auf. Diese Sorte ist auch bundesweit sehr gut, wurde als Vergleichssorte mitgeführt und sollte in der Anbauplanung berücksichtigt werden. 

Neuere ein- bis zweijährig geprüfte E-Weizen-Sorten

Criterio E ist eine neue begrannt Sorte aus 2024 (A). Sie kommt im ersten Prüfjahr auf gute 102 % Relativertrag. Beim Proteingehalt erscheint sie zunächst mittelgut (11,5 %) mit besserem Klebergehalt (22,1 %) sowie Sedimentationswert (41,6 ml). Die Bodenbedeckung im zeitigen Frühjahr war sehr gut, bei der Massebildung lag diese Sorte im Mittelfeld. Im Bestand sah Criterio mittellang bis lang aus, schön dicht und gleichmäßig mit planophiler Blatthaltung und langem Fahnenblatt. Etwas Gelbrost war auf mehreren Standorten zu verzeichnen (bis Note 3 in NRW, in Niedersachsen auch schon höher), zudem trat etwas mehr Blattseptoria (Note 4) auf. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

Winterweizen Sorte Cian
Cian ist ein neuer E-Weizen aus Ökozüchtung in der Schweiz. Dieser kürzere Weizen erbringt hervorragende Qualitäten.

Cian E: Diese Ökozüchtung aus der Schweiz steht neu im Prüfsortiment. Cian erreichte im ersten Jahr 92 % Relativertrag. Die Qualitäten sind zunächst hervorragend: Proteingehalt 12,3 %, Feuchtglutengehalt 23,9 % und Sedimentationswert 49,4 ml. Für eine Ökosorte ist Cian mit Pflanzenlänge 5 recht kurz. Sie zeigte bei der Bodenbedeckung im zeitigen Frühjahr und Massebildung mittelgute Werte. Im Bestand stand sie mittellang, sehr aufrecht mit weniger Blättern, daher lichter sowie farblich heller und wies ein mittellanges Fahnenblatt auf. Dennoch waren der Bestand gleichmäßig und die Blätter anfänglich aufrechter, später in sehr planophiler Blattstellung. Vor allem in Bad Sassendorf stand sie besser. Etwas Blattseptoria (Note 3) und Braunrost (Note 5) waren 2026 zu beobachten. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

Emmerto E: Ein neuer Weizen aus dem Jahr 2025 kam im ersten Prüfjahr auf sehr gute 105 % Relativertrag. Der Proteingehalt liegt mit 10,8 % zunächst unter dem Mittel., ebenso wie der Feuchtglutengehalt mit 17,9 % und der Sedimentationswert mit 32,8 ml. Ähnlich wie bei der Sorte Exsal fehlt es hier an Qualität. Im zeitigen Frühjahr war die Bodenbedeckung mittel bis gut, die Massebildung mittel. Im Bestand sah diese Sorte gering bis mittellang, etwas ungleich, mitteldicht bis lichter mit eher erectophileren Blättern aus. Besonders in Belecke stand sie sehr schlecht. Sie weist ein großes Fahnenblatt auf. Etwas Blattseptoria (Note 4) und Braunrost (Note 4) waren zu erkennen. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

Mehrjährig geprüfte A-/B- und C-Weizen-Sorten

Winterweizen Sorte RGT Dello
Als C-Weizen mit hohen Erträgen und auf Öko-Standorten bewährt, kann RGT Dello in die Anbauplanung genommen werden.

RGT Dello C ist recht neu und stammt aus der Öko-Wertprüfung. Im Mittel dreier Jahre erreichte diese Sorte sehr gute 114 % Relativertrag und liegt auch immer stabil gut über 100 % an allen Standorten. Daher ist sie bundesweit als Verrechnungssorte aufgestiegen. Die Proteingehalte liegen erwartungsgemäß nur bei 9,5 %, der Feuchtglutengehalt nur bei 14,0 %, der Sedimentationswert bei 22,5 %. Damit ist die N-Effizienz trotz der sehr hohen Erträge nicht so gut. Der Bodenbedeckungsgrad zu EC21 war geringer bis mittelgut, die Massebildung im Schossen mittel. Diese Sorte ist anfänglich sehr kurz und hat daher viel Unkraut, obwohl sie recht gleichmäßig steht. Später erscheint sie mittellang bis lang bei mittlerer, gleichmäßiger Bestandesdichte und großem Fahnenblatt. Bei den Blattkrankheiten fiel RGT Dello 2024 mit frühem Mehltau (bis Note 2,8), früher Blattseptoria (Note 2,75) und frühem Gelbrost (Note 2,75) auf. 2025 waren etwas undefinierte Blattflecken und Septoria gesichtet worden, wie auch 2026 mit etwas Mehltau (Note 3), nicht parasitäre Blattflecken (Note 3) sowie Blattseptoria (bis Note 4). Diese Sorte kann in die Anbauplanung genommen werden.

Neuere ein- zweijährig geprüfte A-/ B- und C-Weizen-Sorten (ohne Anbauempfehlung)

Ambientus A ist eine neuere Sorte aus 2024. Im Mittel zweier Jahre kam diese Sorte auf sehr gute 107 % Relativertrag und hatte nur an einem Standort deutlich weniger Ertrag (96 % Bad Sassendorf 2025). Die Proteinwerte und der Klebergehalt liegen zunächst mit 10,6 % und 17,6 % unter dem Durchschnitt, während der Sedimentationswert mit 36,8 % knapp über dem Durchschnitt lag. Ambientus weist mittlere bis sehr gute Bodenbedeckungsgrade sowie Massebildungswerte auf. Daher sah der Bestand anfänglich sehr schön aus: mittelhoch, etwas aufrecht, aber schön dicht, später im Mai hingegen mittellang und recht dünn im Bestandsbild. In Bad Sassendorf war die Sorte gleichmäßiger. Bis auf etwas Blattseptoria war Ambientus 2025 und 2026 sehr gesund. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

KWS Espinum A (2022, begrannt) ist ebenfalls noch recht neu im Prüfsortiment. Diese Sorte soll laut Züchter für den Ökolandbau geeignet sein. Sie erreichte im Mittel zweier Jahre ein sehr guten Relativertrag von 106 %. Der Proteinwert liegt zunächst bei etwas unterdurchschnittlichen Wert von 10,5 %, beim Feuchkleber erreichte sie schlechtere Werte mit 16,8 % und der Sedimentationswert war mit 36,0 % etwas besser. Beim Bodenbedeckungsgrad schnitt KWS Espinum eher schlechter ab als andere Sorten und auch die Massebildung lag unter dem Durchschnitt. Daher sah sie im Bestand anfänglich bis April bei geringerer Pflanzenlänge und mittler Bestandesdichte eher ungleich und dünner im Bestand aus. Später im Juni stand sie mittellang, mitteldicht bis sehr dicht, gleichmäßig, sehr gesund mit dunkelgrünen Blättern und kurzem, dickem Fahnenblatt. Bis auf etwas undefinierte Blattflecken und Blattseptoria (Note 3) war diese Sorte recht Blattgesund. Etwas Ährenfusarium (Note 3) wurde bonitiert. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Winterweizen Sorte Optimist
LG Optimist ein neuerer A-Weizen, ertragsstark, allerdings mit geringeren Qualitäten.

LG Optimist A (2023) wird nur in NRW geprüft. Dort erreichte sie im zweiten Prüfjahr im Mittel sehr gute 112 % Relativertrag. Der Proteinwert liegt mit 9,9 % schlechter als das Mittel, ebenso wie der Feuchklebergehalt mit 17,4 % und auch der Sedimentationswert mit 29,3 ml. Die Bodenbedeckung war gut bis sehr gut, die Massebildung genauso gut wie bei den anderen Sorten. Und so stand LG Optimist im Feld mittelgut: mittellang, etwas ungleich aber mitteldicht, später bei geringerer bis mittlerer Pflanzenlänge etwas dünner, die unteren Blätter gelb, aber insgesamt gesund, in Belecke später zu dünn und ungleich. Etwas Blattseptoria (Note 3) war zu verzeichnen, ansonsten war LG Optimist sehr blattgesund. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

Filius A ist ein neuer Weizen aus 2025, der im ersten Jahr auf hervorragende 117 % Relativertrag kommt. Der Proteingehalt (10,3 %) und der Sedimentationswert (31,5 %) liegen unter dem Durchschnitt, während der Klebergehalt (20,7 %) im Mittelfeld platziert. Die Bodenbedeckung im zeitigen Frühjahr war mittel bis gut, die Massebildung mittelgut. Bei geringer Pflanzenlänge erschien Filius im Bestand anfänglich sehr licht und ungleich, später mitteldicht und gleichmäßiger. Die Blattstellung ist sehr aufrecht. Bis auf etwas Blattseptoria (Note 3) war diese Sorte sehr blattgesund. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

Ed B ist eine Sorte aus der Öko-Wertprüfung und im Jahr 2025 zugelassen worden. Sie kommt im ersten Jahr auf 98 % Relativertrag. Der Proteingehalt liegt im Mittelfeld (11,3 %), der Sedimentationswert ist geringer bei 29,3 ml. Im zeitigen Frühjahr war die Bodenbedeckung geringer als bei anderen Sorten, die Massebildung war mittel bis besser. Bei geringer Pflanzenlänge stand Ed im Bestand kurz, dünner, aber gleichmäßig bis später mitteldicht in Lemgo und Belecke, in Bad Sassendorf besser: mittellang und mitteldicht. Etwas Blattseptoria (Note 4) war zu finden. Die Sorte Ed soll seitens des Züchters nicht mehr weiterverfolgt werden.

RGT Zunder B hat ebenfalls die Öko-Wertprüfung durchlaufen und ist 2025 zugelassen worden. Im ersten Prüfjahr als Sorte kommt sie auf hervorragende 111 % Relativertrag. Die Qualitäten sind erwartungsgemäß niedriger (Proteingehalt 10,9 %, Sedimentationswert 30,7 %). Die Bodenbedeckung ist geringer als bei anderen Sorten, die Massebildung im Mittelfeld bis etwas besser. Diese Sorte macht bei geringer bis mittlerer Pflanzenhöhe einen mitteldichten, etwas dünneren, aber gleichmäßigen Bestand mit erectophiler Blatthaltung. Etwas Blattseptoria (Note 3), nicht parasitäre Blattflecken (Note 4) und Gelbrost (Note 3) wurden gesichtet. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten. 

SU Tammo B aus 2023 steht zum ersten Mal im Prüfsortiment und erreichte hervorragende 110 % Relativertrag. Die Qualitäten fallen entsprechend geringer aus (Proteingehalt 10,7 %, Sedimentationswert 31,0 ml). Bei der Bodenbedeckung zeigte sich diese Sorte deutlich besser als andere, die Massebildung war zunächst geringer bis mittel. Im Bestand sah diese Sorte vor allem anfänglich besonders gut aus: mittellang, dicht, recht gleichmäßig mit breiten Blättern, später mitteldicht, gleichmäßig mit planophiler Blatthaltung. Etwas Blattseptoria (Note 4) und Braunrost (Note 5) waren zu verzeichnen. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Fazit aus dem Versuchsjahr 2026

  • Anbauwürdig als ertragsstarke Sorten aus dem B-/C-Weizen-Segment sind Informer oder RGT Dello. Diese zumeist sehr kurzen Futterweizensorten glänzen mit sehr hohen Erträgen, sind aber oft dünner und ungleicher im Bestand und eignen sich vor allem für gut versorgte Standorte nach Umstellung und Kleegrasumbruch mit wenig Unkrautdruck. 
  • Exsal ist begrannt und als E-Weizen eher mit höheren Erträgen dabei, die Qualitäten sind dagegen geringer. Weitere A-Weizensorten zum Ausprobieren, die gute bis höhere Erträge bei mittleren Qualitäten erzielen, sind Ambientus, der begrannte KWS Espinum sowie LG Optimist.
  • Wer mehr Qualität haben will, kann mit den Sorten aus der Öko-Wertprüfung und Öko-Züchtungen qualitätsbetonte Sorten anbauen. Wendelin war ertraglich 2026 wieder besser, bringt gute Qualitäten und hat einen guten Bestand. Aus der Öko-Züchtung kommen der begrannte Granossos und Castado mit sehr guten Qualitäten und dichten, unkrautfreien Beständen. Der begrannte Montalbano bringt sehr hohen Qualitäten mit. Zum Ausprobieren kommt Vinzenz mit hohen Klebergehalten. 
  • Weiterhin anbauwürdig sind zum Beispiel Aristaro, Moschus, KWS Keitum oder Rübezahl, wenngleich diese im Sortiment aus Platzgründen nicht mehr geführt werden. 


Dr. Claudia Hof-Kautz, Landwirtschaftskammer NRW