ROBUST Gemüse – Resilienz im ökologischen Gemüsebau – Entwicklung und Erprobung von Strategien und Innovationen durch Praxisforschung
Erhöhung der Resilienz durch Weiterentwicklung betrieblicher Innovationen sowie Testen neuer Ideen: Das sind die Ziele des im Dezember 2025 gestarteten BÖL-Projekts „ROBUST Gemüse“.
In einem bundesweiten Praxisforschungsnetzwerk arbeiten Forschungseinrichtungen und Beratungsorganisationen gemeinsam mit Betrieben an Praxisversuchen, um spezifische Probleme in Anbauregionen sowie kulturspezifische Ansätze zu untersuchen. Dabei werden verschiedene Themenfelder in den Fokus genommen, wie Kulturführung und Fruchtfolge, Nährstoffmanagement, Wassermanagement, Wirtschaftlichkeit der Betriebe und Pflanzenschutz.
Hintergrund
Der ökologische Gemüsebau in Deutschland steht angesichts von Klimawandel, veränderten Konsumgewohnheiten, demographischem Wandel, neuen (bio)technologischen Verfahren sowie unsicheren Rahmenbedingungen vor wachsenden Herausforderungen. Um darauf reagieren zu können, benötigen Betriebe eine hohe betriebliche Resilienz, die sich je nach Betriebsstruktur, Anbausystem, Region und Vermarktungsweg deutlich unterscheidet. Zwar existieren bereits einzelne Strategien und Managementansätze zur Stärkung der Resilienz, doch fehlt bislang ein systematisches Verständnis relevanter Stressoren, Schocks und wirksamer Anpassungsmaßnahmen für unterschiedliche Betriebstypen.
Zudem mangelt es an fundierten Praxiserhebungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu zentralen Themen wie Düngung, Wasserverbrauch, Pflanzenschutz und neuen Kulturarten. Gleichzeitig wird ein hohes Innovationspotenzial in den Betrieben gesehen, das jedoch durch fehlende Austausch- und Vernetzungsstrukturen zwischen Praxis, Beratung und Forschung bislang nicht gezielt weiterentwickelt und nutzbar gemacht werden kann.
Projektziel und -struktur
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen arbeitet im Rahmen des Projekts in den Praxisforschungsnetzwerken (PFN) „Mulch und Zwischenfrüchte“ sowie „Kohl“ gemeinsam mit weiteren Projektpartnern (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Universität Kassel und Bioland Nord) und vier Betrieben in NRW an unterschiedlichen Forschungsfragen. Darüber hinaus wird ein Schilfglasfügelzikaden-Monitoring auf verschiedenen ökologischen Gemüsebaubetrieben in NRW durchgeführt.
Im Praxisforschungsnetzwerk „Mulch und Zwischenfrüchte“ geht es in zwei Praxisversuchen um die Erprobung verschiedener Mulchmaterialien und der Nährstoffversorgung der Kulturen durch die unterschiedliche Mulchmaterialien.
Im Praxisforschungsnetzwerk „Kohl“ werden in zwei Praxisversuchen verschiedene Maßnahmen zur Regulierung von Schädlingsbefall, wie der mehligen Kohlblattlaus und der Kohlmottenschildlaus, untersucht.
Die Versuche werden erstmalig 2026 angelegt und werden 2027 wiederholt.
Das Schilfglasflügelzikaden-Monitoring wird von 2026 bis 2028 zu den Flugzeiten (April/Mai bis Juli/August) durchgeführt.
Die Versuche werden auf zwei Feldtagen - 2026 und 2027 - vorgestellt, auf die gesondert hingewiesen wird, und in Merkblättern sowie im Abschlussbericht veröffentlicht.
Laufzeit des Projekts
2025 (vorzeitiger Maßnahmenbeginn) bis 2028
Förderung
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) sowie dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Dominc Baron, Landwirtschaftskammer NRW