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Wirtschaftsjahr 2025/26 mit Licht und Schatten

06.08.2026

Das Wirtschaftsjahr 2025/26 verlief für die Milchviehbetriebe deutlich wechselhafter, als es der Jahresdurchschnitt vermuten lässt. 

Ein Glas Milch

Nach einem starken zweiten Halbjahr 2025 mit erfreulichen Milchpreisen und sehr guten Erlösen für Zuchtvieh und Rindfleisch folgte ab dem Jahresbeginn 2026 eine spürbare Marktkorrektur. Hohe Milchmengen in Deutschland und weiteren wichtigen Erzeugerländern setzten die Märkte zunehmend unter Druck. Die Molkereien reduzierten ihre Auszahlungspreise teilweise deutlich, sodass die Betriebe im Frühjahr 2026 einen erheblichen Teil der zuvor erzielten Preisvorteile wieder verloren. 

Gleichzeitig blieben die Kosten auf hohem Niveau. Vor allem Löhne, Reparaturen, Baukosten und Dienstleistungen verteuerten sich weiter. Vollkosten unter 50 Cent je kg Milch dürften wohl endgültig der Vergangenheit angehören. Damit zeigt sich einmal mehr, dass selbst gute Milchpreise nicht automatisch zu höheren Gewinnen führen. Zusätzlichen Druck erzeugen die steigenden Anforderungen an Tierwohl, höhere Haltungsformen, Klimaschutz und Dokumentation. Viele Betriebe stehen vor Investitionen, deren Refinanzierung am Markt nicht erkennbar ist.

Auch die Strukturveränderungen in der Branche schreiten voran. Der Zusammenschluss von Arla und DMK verdeutlicht den Trend zu größeren und international schlagkräftigeren Vermarktungsorganisationen. Gleichzeitig gewinnen Herkunft, Nachhaltigkeit und glaubwürdige Tierwohlprogramme für die Vermarktung weiter an Bedeutung, wenngleich Verbraucherinnen und Verbrauchern der Preis wichtiger als das Label zu sein scheint.

Insgesamt war das Wirtschaftsjahr 2025/26 damit geprägt von einem guten Start, einer spürbaren Preiskorrektur im zweiten Halbjahr und weiterhin großen Herausforderungen für die Zukunft der Milcherzeugung. Der Ausblick bleibt auf niedrigem Niveau verhalten, aber jeder Schatten setzt auch ein Licht voraus!


Josef Assheuer, Landwirtschaftskammer NRW