Noch nie zuvor gab es ein größeres, vielseitigeres und zugänglicheres Nahrungsmittelangebot als heute. Doch gleichzeitig werden 95 % des weltweiten Kalorienbedarfs nur mit einem minimalen Bruchteil von 0,008 % aller Pflanzenarten gedeckt. Das Forschungsprojekt ReBIOscover will dieser Entwicklung entgegenwirken und eine höhere Diversität ermöglichen.
Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) als Kooperationspartner sollen in den nächsten drei Jahren daher alte, fast vergessene Getreidesorten für eine nachhaltige und regionale Produktion von Bio-Lebensmitteln wiederentdeckt werden. Als Teil des Projektes wurde eine Online-Befragung ins Leben gerufen. Vertreter aus Landwirtschaft, Mühlen, Bäckereien und dem Handel sind eingeladen, an der Umfrage bis zum 31. Mai 2022 teilzunehmen.
Egal ob Weizennudeln, Weizenbrot oder Weizengrieß. Mit durchschnittlich 70,6 kg pro Person im Erntejahr 2019/2020 ist Weizen mit Abstand das Lieblingsgetreide der Deutschen. Doch auch alte Getreidesorten bieten durch ihre Vielfalt ein enormes Potenzial. So sorgen Emmer, Einkorn, Kamut und viele weitere alte Getreidesorten für mehr Biodiversität auf dem Acker und gleichzeitig für geschmackvolle Abwechslung auf dem Teller.
Mit dem Projekt „ReBIOscover – Wiederentdeckung alter Getreidesorten zur nachhaltigen Herstellung von Bio-Lebensmittelspezialitäten“ wollen die Kooperationspartner, zu denen auch das Kompetenzzentrum für Ernährung zählt, die Renaissance alter, regionaler Kornarten fördern. Dies soll für mehr Vielfalt und Nachhaltigkeit sorgen. Über einen Zeitraum von drei Jahren untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen die Inhaltstoffe alter Getreidesorten sowie traditionelle Backprozesse mit längerer Teigführung. Im Fokus steht dabei die Frage, ob alte Getreidesorten, verarbeitet in traditionellen Backprozessen, Auswirkungen auf die Verträglichkeit haben.
Kompetenzzentrum für Ernährung – KErn

Foto: Ute Schepl